Slow pregnancy – Die Geburt von Annas drittem Kind

Anna berichtet in dieser Kolumne Monat für Monat von ihrer dritten Schwangerschaft. „Slow pregnancy“ umschreibt ihren achtsamen, bewussten Umgang mit dieser Zeit und den Gedanken, die sie sich rund um das Schwangersein macht.

Lange habe ich überlegt, ob ich einen Geburtsbericht schreiben möchte. Als Abschluss meiner Schwangerschaftskolumne und Übergang in meine neuen Artikel zur achtsamen Babyzeit bietet es sich natürlich an, dennoch ist eine Geburt ein sehr intimer Vorgang.

Erwartungen an die Geburt

Ich selbst lese gern Geburtsberichte. Mir ist allerdings aufgefallen, dass ich häufig entweder Berichte von traumatischen Geburten (und diesen Müttern muss auch zugehört werden!) oder von wunderschönen Hausgeburten (die bestärken, aber vielleicht auch etwas unter Druck setzen, dass die eigene Geburt ebenso perfekt laufen soll) gefunden habe. Ich war davon ausgegangen, dass meine Geburt eher in die zweite Kategorie fallen würde und ich habe durchaus eine Erwartungshaltung aufgebaut (natürlich auch durch die Geburten, die ich bisher erlebt habe). Und in gewisser Weise entsprach die Geburt meines dritten Kindes auch meinen Erwartungen – nur auf eine etwas andere Weise.

Die Geburt war deutlich schwieriger als ich das erwartet hatte. Obwohl es das dritte Kind war, obwohl ich mich mit Hypnobirthing beschäftigt hatte, obwohl ich sehr positiv und entspannt herangegangen bin. Und ich weiß, dass diese Geburt im Krankenhaus ganz anders ausgegangen wäre. Wie ich sie empfunden hätte, hätte von dem Einfühlungsvermögen und der Hebammen und Ärzt*innen abgehangen – und nicht von mir selbst (natürlich gibt es auch schwarze Schafe unter den Hausgeburtshebammen, aber zum Glück lernt man diese meist vorher kennen und kann abstimmen, ob man zueinander passt). Im Krankenhaus wäre mein Baby mit Saugglocke gekommen und ich hätte deutlich mehr Geburtsverletzungen davon getragen. Dass sie letztendlich eine wundervolle, bestärkende und fast verletzungsfreie Erfahrung für mich geworden ist, verdanke ich der Begleitung durch zwei kompetente und erfahrene Hebammen.

Und deswegen möchte ich meine Geschichte erzählen. Nicht um Krankenhäuser zu verteufeln, für deren Existenz ich sehr dankbar bin, aber um einen Gegenpol zu bieten und um Mut zu machen.

Es geht los!

Es war Sonntagmorgen. In den letzten Tagen hatte ich immer wieder Kontraktionen gespürt, die aber wieder aufgehört hatten. Nun kamen sie immer wieder, noch in großen Abständen und eher kurz, aber ich spürte, dass es losging.

Wir verbrachten den Vormittag zu Hause. Die jüngere Tochter hatte schlechte Laune. Unsere älteste Tochter war stark erkältet aufgewacht, hatte noch schlechtere Laune und konnte in diesem Zustand auch nicht wie ursprünglich überlegt zu Freunden oder den Nachbarn gehen (die auch Kinder hatten, die sie angesteckt hätte). Also hielten wir aus. Federten ab. Und wurden selbst immer schlechter gelaunt. Ich fragte mich, wie ich in dieser Situation ein Kind bekommen sollte, gleichzeitig war mir klar, dass sich das Baby mindestens Zeit lassen würde, bis die Kinder schliefen.

Am Nachmittag kam dann aber eine gute Freundin vorbei und es wurde besser. Die Dreijährige war in der Zwischenzeit auf dem Sofa eingeschlafen, deutlich besser gelaunt aufgewacht und der Großen ging es auch wieder etwas besser. Die drei gingen zusammen einkaufen, brachten Blümchen mit und backten dann zusammen den Geburtstagskuchen in der Küche, während wir aufatmeten. Und noch in dem Gedanken daran kommen mir die Tränen der Freude, solche wundervollen Menschen in meinem Leben zu haben.

Abends wechselte sich die Freundin dann mit einer anderen Freundin ab, die über Nacht bleiben wollte. Sie las den Kindern noch vor und ich begleitete sie in den Schlaf. Die Abstände zwischen den Wehen waren nicht kleiner geworden, die Wehen selbst nicht viel stärker. Ich war währenddessen einfach ruhig und atmete besonders tief, die Kinder bekamen es zwar mit, aber es interessierte sie nicht sehr. Wir erzählten ihnen, dass sie beim Aufwachen wahrscheinlich ihr Geschwisterchen begrüßen können würden.

Das Baby spürt, wenn die Mutter unter Stress ist

Und dann schliefen sie endlich. Und mir wurde klar: Nun kann unser Baby kommen. Langsam wurden die Abstände zwischen den Kontraktionen kleiner, sie waren aber immer noch relativ kurz. Wir warnten die Hebamme telefonisch vor, sagten ihr aber, dass es noch eine Weile dauern würde.Erst kurz vor Mitternacht riefen wir sie wieder an. Die Wellen kamen nun alle drei Minuten, hatten sich aber in ihrer Intensität noch nicht sehr verändert. Als sie ankam, war der Muttermund erst 5cm geöffnet. Es würde also noch eine Weile dauern.

Die Zeit danach habe ich nur sehr verschwommen in Erinnerung. Ich weiß, dass die Wehen intensiver wurden, dass ich immer wechselte zwischen Kniestand, herumlaufen und auf dem Sofa sitzen, bei jeder Kontraktion gehalten von meinem Mann. Bei den Geburten zuvor wollte ich nie angefasst werden, dieses Mal fühlte ich mich unglaublich verbunden mit diesem wundervollen Menschen, mit dem ich nun das dritte Kind gebären sollte. Er hielt mich im Arm, streichelte mein Haar, übte Druck auf mein Kreuzbein aus, wenn ich ihn darum bat, küsste mich und auch wenn ich die Wehen langsam als sehr schmerzhaft empfand und sehr viel lauter war als bei den Geburten zuvor fühlte ich mich doch unendlich geborgen.

Die Fruchtblase platzt!

Und dann endlich platzte die Fruchtblase und sofort spürte ich eine riesige Erleichterung und hatte wieder Kraft. Jetzt würde es nicht mehr lange dauern. Mein Baby würde kommen! Die Presswehen begannen, der Schmerz war weg – und dann ging es nicht weiter. Das Köpfchen kam nicht voran. Ich stand auf, lief herum, ging in die tiefe Hocke, legte mich auf dem Sofa auf die Seite – aber das Köpfchen rutschte einfach nicht tiefer. Die Herztöne waren sehr gut, aber es tat sich einfach nichts. Eine Stunde verging. Und in mir kamen schon Szenarien hoch, dass ich doch ins Krankenhaus verlegt werden müsste, dass mein Körper nicht in der Lage wäre, dieses Baby zu gebären – aber dann hörte ich die Stimmen der Hebammen (die zweite war mittlerweile da), die mir sagten, dass die dunklen Haare schon zu sehen seien, dass es weiterginge, dass ich das gut mache. Und ich ließ mich wieder fallen.

Ein Sternengucker?

Meine Hebamme fühlte nach und dann hieß es auf einmal „kleine Fontanelle auf 7 Uhr“. Und mir wurde klar, warum es nicht so recht weiterging. Die kleine Fontanelle ist am Hinterkopf. Wenn sie auf 7 Uhr ist, bedeutet das, dass das Gesicht nach „vorne“ zeigt. Ein Sternengucker?

Die Hebammen besprachen mich. Dann setzten sie meine Freundin auf einen Stuhl, meinen Mann auf einen zweiten und mich mit je einem Bein auf dem Schoß zweier mir so wichtiger Menschen dazwischen. Und so in der Luft hängend gebar ich bei Sonnenaufgang den Kopf meines Kindes, im Kniestand dann den Rest des Körpers, und dann hockte ich auf dem Boden und nahm meinen Sohn entgegen und all die Anstrengung war vergessen und ich spürte diese überwältigende Liebe, von der alle Mütter berichtet hatten und die bei meinen Töchtern immer etwas auf sich warten lassen hatte. Dieses Ereignis war so gewaltig gewesen, ich hatte eine solche Urkraft gespürt, und nun fiel alles von mir ab.

Ich legte mich aufs Sofa und bestaunte mein Baby und alle standen um mich herum und ich fühlte mich so richtig wie selten zuvor. Wir würden das schaffen mit drei Kindern. Genau so sollte es sein.

Kurze Zeit später kam dann komplikationslos die Plazenta und als die Nabelschnur auspulsiert war, trennte mein Mann sie ab. Unser Sohn schmatzte und ich legte ihn an, was tatsächlich schwieriger war als ich erwartet hätte, weil er immer wieder einschlief und den Mund nicht richtig öffnete. Aber dann trank er.

Die Stunden danach

Es war ruhig geworden. Die Hebammen hatten leise aufgeräumt, meine Freundin hatte sich verabschiedet und war ins Bett gegangen und auch mein Mann wollte versuchen, noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Meine Hebamme schrieb das Protokoll zu Ende, dann machte sie die erste Vorsorgeuntersuchung, wog und maß mein Baby, das deutlich größer und schwerer war als das der letzte Ultraschall ergeben hatte. Dann verabschiedete auch sie sich und ich schlief auf dem Sofa ein, das Baby auf dem Bauch und ein Glücksgefühl im Bauch.

Zwei Stunden später wachte ich wieder auf und hörte leise Stimmen aus dem Kinderzimmer. Dann tapsten nackte Kinderfüße über das Parkett und zwei verschlafene Köpfe schauten über die Sofalehne. „Kommt, schaut euch euer Brüderchen an!“, lud ich die beiden ein und da strahlten sie und die letzten Sorgen verschwanden aus meinem Herzen (denn die beiden hatten sich in den letzten Wochen der Schwangerschaft vehement eine Schwester gewünscht). Mein Mann kam ins Wohnzimmer und wir legten das Baby seinen Schwestern in den Arm und machten Bilder, die die beiden dann in den Kindergarten mitnehmen sollten. Sie zogen fröhlich und stolz von dannen und wir verschliefen den Vormittag.

Und so begann unser Leben zu fünft. Anders als erwartet. Nicht so ruhig und sanft, wie ich es kannte und mir ausgemalt hatte. Aber selbstbestimmt und kraftvoll.

Anna ist Mutter von drei Kindern. Sie hat Neurowissenschaften und kognitive Psychologie studiert und ist Trageberaterin. Mehr von ihr könnt Ihr auf Instagram lesen unter @langsam.achtsam.echt . Ihre Schwangerschaftsberichte: Woche 15 hier, Woche 20 hier, Woche 25 hier, Woche 30 hier , Woche 34 hier und von Woche 40 hier 

 

19 Kommentare

  1. Herzlichen Glückwunsch zum Baby!

    Die Aussage „Im Krankenhaus wäre mein Baby mit Saugglocke gekommen und ich hätte deutlich mehr Geburtsverletzungen davon getragen. “ finde ich schwierig. Woher will frau das wissen? Auch die Hebammen im Krankenhaus sind bemüht, dass eine Frau möglichst keine Geburtsverletzungen davon trägt und möglichst ohne Saugglocke oder anderen Interventionen gebären kann.
    Wir sollten Geburten (Arten und Orte) nicht auf solche Weise vergleichen und darstellen. Was einer Frau, die im Krankenhaus gebären möchte oder muss, beim lesen bleibt: die Angst, dass sie dafür mit Verletzungen und Saugglocke „bestraft“ wird.

    • Hallo,
      ich habe an diesem Satz sehr lange überlegt. Tatsächlich haben eine gute Freundin eine Woche früher und eine entfernte Bekannte genau einen Tag später exakt die selbe Geburtssituation gehabt, nur dass sie im Krankenhaus waren und am Ende eben tatsächlich beide Babys per Saugglocke geholt wurden. Auch in meinem Rückbildungskurs habe ich von gleich zwei weiteren Frauen sehr ähnliche Situationen gehört. Im Krankenhaus ist – so wenig ich es verteufeln will – eben nicht unbedingt immer die Geduld da, um noch mal etwas Neues zu probieren, wenn sich nichts mehr tut.
      Mit meinem Bericht hoffe ich aber, diese fiktive Frau, die eventuell im Krankenhaus gebären muss, darauf vorzubereiten, dass es eventuell eben doch noch andere Lösungen gibt. Wenn sie diese kennt, kann sie sie eventuell einfordern, so meine Hoffnung.

  2. Puh, ich habe Tränen in den Augen! Ein sehr, sehr ergreifender Bericht über deine kraftvolle Geburt. Ich bin wirklich aufrichtig berührt. Es tut gut so etwas zu lesen. So geht es also auch, die Geburt, so kann es gehen, wenn man geborgen gebären darf, wenn man Menschen um sich herum hat, die ihren Beruf mit sehr viel Wissen und Vertrauen ausüben. Natürlich möchte ich die Krankenhäuser auch nicht beträufeln und die Menschen die dort arbeiten schon gar nicht. Mich beschäftigt es nur sehrdieses Thema. Was mich angeht, bin ich ein gebranntes Kind was meine erste Geburt angeht. Ich habe es seit 1 Monat würde ich sicher sagen, überwunden das Geburtstrauma, das ich durch die Klinik davon getragen habe und es beschäftigt mich nun in positiver Weise. Es muss unbedingt mehr solche Berichte abgedruckt werden und in Umlauf gebracht.. vielleicht eine Zeitschrift von Hebammen gegründet werden für Eltern, Mütter..ich bin der Meinung, dass gaaanz viele Menschen die Klinikgeburt und deren oft „menschenunwürdige“ Art ( der Ausdruck mag evtl. zu heftig sein, aber ich persönlich empfinde es so) oder diese schnelle Angstmacherei als „normal“ ansehen, da zu wenig von solchen, wie deinem Erlebnis berichtet wird. Es wird immer nur erzählt, es war schön oder schlimm. vielleicht ist es auch das. Auf jeden Fall bin ich sehr, sehr dankbar für solch einen echten und authentischen Bericht, er bereichert sehr! Es zeigt deutlich wie wichtig es ist eine erfahrene Hebamme an seiner Seite zu haben! Sorry, ich hab so viel geschrieben, aber mich hat es sehr bewegt! Danke!

    • Hallo Liane,
      Vielen Dank für deinen langen Kommentar! Ich hoffe auch genau das – dass mein Bericht Mut macht und Kraft gibt, egal wo geboren werden soll. Es muss nicht „perfekt“ laufen, um ein positives Erlebnis zu sein.

  3. Herzlichen Glückwunsch! Genießt die gemeinsame Zeit! Danke für diesen intimen Bericht.

    Ich hatte 3 natürliche Geburten, die erste war auch ein sterngucker, ich entband im Krankenhaus, ohne saugglocke, ohne Verletzung. Ich denke es kommt auf viel mehr als zu Hause oder KH an, wie die Geburt eines sternguckers verläuft.

    • Hallo Margot,
      Wie wundervoll! Ich habe von Sternenguckergeburten sonst immer nur gelesen und gehört, dass es Geburtsverletzungen gab. Wie gut zu wissen, dass es anders geht! Danke für deinen Kommentar!

  4. Carolin Hirte

    Ich finde diesen Bericht wirklich sehr schön und habe auch Tränen in den Augen.
    Dennoch muss ich barfuss auf Lego zustimmen. Man sollte die Krankenhäuser nicht verteufeln. Ich hatte 2 Kaiserschnitte und habe nun im Juni unser 3. Kind sehr selbstbestimmt und natürlich in einer Klinik zur Welt gebracht.
    Ich habe es so erlebt dass, wenn man den Mut dazu hat, auch mehr Ärzte bereit sind solch einen Weg zu gehen.
    Im Vergleich zu vor 5 Jahren habe ich außerdem auch den Eindruck dass es wieder etwas mehr Geburtshilfe als Geburtsmedizin gibt.
    Ich hoffe immer dass Mütter wieder mutiger werden, den tief in uns wissen wir ganz genau was das richtige für uns ist!

    • Hallo Carolin,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Ich hoffe, mit dem Bericht vielleicht auch Frauen, die irgendwann in einer ähnlichen Situation mit Geburtsstillstand sind, Mut und Kraft und vor allem das Wissen geben kann, dass es eventuell noch Lösungen gibt. Wenn sie diese kennen, können sie sie auch einfordern – egal wo.

  5. Liebe Anna, vielen Dank für deinen Bericht, das Öffnen und Zeigen. Meine Geburt (fünf Tage später) verlief ähnlich. Eine schöne, entspannte Eröffnungsphase, in der die Hebammen prophezeiten, dass das Kind in ein paar Stunden da sein würde. Ich stark und sicher dank der intensiven Vorbereitung mit Hypnobirthing und Mentaltraining – fast ZU sicher, die Presswehen haben mich dann in ihrer Wucht doch überrollt. Und ein Kind, dass sich nicht einfinden wollte oder konnte und nach kräftezehrenden Stunden schließlich als Sternengucker in der tiefen Hocke geboren wurde. Die Hebammen sagten auch, dass das in der Klinik wahrscheinlich nicht interventionsfrei verlaufen wäre. Ich bin so unfassbar dankbar, dass wir beide die Zeit bekommen haben, die wir brauchten, um – als Kind und als Mutter – geboren zu werden!

  6. Liebe Anna, ein wundervoller Bericht und eine wundervolle Geburtserfahrung. Tatsächlich bin ich auch über diesen dogmatischen Satz gestolpert, den ich von dir ungewohnt fand. Der Satz „wäre ich zu Hause gewesen, wäre mein Kind gestorben“ steht in der gleichen Ecke für mich. Und dennoch weiß ich, was du sagen willst, und auch ich habe eine solche Erfahrung gemacht und würde gerne immer sagen, wenn ich im KH gewesen wäre, wäre es ein Kaiserschnitt oder Schulterbruch geworden: 39cm, Hand am Kopf in 1,5h ab Blasensprung. Aber ich merke, wieviel Distanz dieser Satz wieder aufbaut, obwohl er genau das Gegenteil bewirken soll! Mein Baby kam selbstbestimmt und verletzungsfrei auch aus einer „schwierigen“ Ausgangslage zur Welt. Alles Liebe 😂

  7. Liebe Anna,
    Danke für deinen Geburtsbericht und nochmal herzlichen Glückwunsch an euch! Ich muss mich leider einer Vorrednerin anschließen und finde den Satz bezüglich der Saugglocke und dem khs schwierig. Das kann man nicht beurteilen. Jede Geburt ist individuell und würde man Vlt die Hebamme deiner Freundin oder den Arzt befragen, hätten diese Vlt eine Begründung dafür, wieso sie die saugglocke angewendet haben, die uns als Außenstehenden gar nicht so bewusst ist! Eure Geburten waren sicher nicht indentisch, ihr seid unterschiedliche Frauen und gebärt unterschiedlich. Daher finde ich diesen Satz ziemlich unglücklich gewählt, da ich persönlich finde, dass du das nicht beurteilen solltest bzw. dein Urteil nicht unbedingt öffentlich machen solltest, denn es verunsichert sehr. Wenn eine Hebamme oder ein Arzt entscheidet es muss eine saugglocke verwendet werden, wird man sich da als Mutter dagegen entscheiden, unter der Geburt?! Kann man das als nicht Fachmann/Frau beurteilen?! Viele Frauen sind pro Hausgeburt und ich kann es verstehen, es gibt viele Horrorgeschichten über Krankenhausgeburten, aber ich finde man muss dennoch sehr vorsichtig sein mit seinem Urteil. Ich zb hatte bei meinem ersten Sohn eine geplante Hausgeburt und musste verlegt werden. Diese Verlegung war mein großes großes Glück, die hausgeburtshebamme war total überfordert und hat, wie sich im Nachhinein rausstellte, viele Fehlentscheidungen getroffen, falsch abgetastet usw… im khs hatte ich dann dennoch eine tolle Geburt und wurde viel besser betreut. Obwohl ich bei einer sehr bekannten hebammenpraxis hier in Frankfurt war, die bekannt für ihre Hausgeburten sind! Es gibt also immer 2 Seiten, sowohl von zu Hause, als auch aus dem khs und ich persönlich finde es nicht ok zu sagen „wäre ich im khs gewesen, wäre es so und so gewesen“. Das sind Hypothesen, das kann keiner wissen, egal wie sehr man Geburten untereinander vergleicht und jede Art von Geburt steht und fällt mit dem personal von dem es begleitet wird! Lg Teresa

  8. Vielen Dank für Deinen Bericht.
    Wir hatten bei Nr 3 auch eine HHL und ich war und bin total dankbar, dass ich im KH (sogar Uniklinik) meine VBAC nach der Zwillingsfrühgeburt erleben durfte. Knapp 3 Stunden wurden wir durch die Austreibungsphase begleitet. Letzten Endes wegen zunehmend gestressten Kind ua tatsächlich mit VE (ohne!! prophylaktischem Schnitt) und trotz oder dank der Interventionen war es eine sehr heilsame und schöne Erfahrung für mich.

  9. Wirklich schön geschrieben, ich habe aich Tränen in den Augen. Und ich kenne auch gebau diese Beispiele mit Saugglocke im Krankenhaus,besonders bei Sternenguckern. Deshalb toll dass du und deine Hebammen das so gerockt habt!

  10. Danke für diesen tollen Bericht, da habe ich auch Tränen in den Augen. Und ich kenne eben genau diese Situationen mit Saugglocke im Krankenhaus wie du beschrieben hast…vor allem bei Sternenguckern. Daher toll wie du und deine Hebammen das gerockt haben!

  11. ich könnte wohl sagen, dass dieser bericht eins zu eins auch auf uns zutrifft – von den geschlechtern der kinder in derselben reihenfolge bis zur hinteren hinterhauptslage bei der hausgeburt, das spüren des ersten moments (anders als bei den ersten kindern) etc. etc. etc. – es hat mich sehr bewegt. danke dafür:)

  12. Liebe Anna,
    Herzlichen Glückwunsch! Mich hat Eure wunderschöne Geschichte auch sehr berührt, vielen Dank fürs Teilen.
    Ich hatte auch das Glück meine Tochter Zuhause mit zwei kompetenten Hebammen auf die Welt zu bringen. Sie war zwar kein Sternengucker, aber es hat auch sehr lange gedauert bis ihr Köpfchen den Weg gefunden hat. Ich bewundere nach wie vor die Ruhe und Geduld, die die Hebammen in dieser Situation gezeigt haben.
    Ich wünsche allen Frauen, dass sie die Möglichkeit haben so zu gebären.
    Liebe Grüße,
    Bettina

  13. Hallo Anna,
    ich habe auch drei Kinder. Mein zweites und drittes Kind sind beide zu Hause auf die Welt gekommen. Ich hatte eine sehr erfahrene Hebamme, die mich so toll begleitet hat!!! Mein drittes Kind wollte sich auch erst nicht so recht drehen. Durch die tolle Begleitung, viele Turnübungen und Geduld hat es denn doch noch geklappt. Dafür bin ich wirklich dankbar. Wer weiß, wie es im KH gewesen wäre….
    Die Gegenseite kenne ich aber auch- mein erstes Kind kam im KH, wir mussten dann doch von einer geplanten Hausgeburt abweichen! Auch für diesen Verlauf bin ich dankbar. Wer weiß, wie es zu Hause gewesen wäre….
    Ich möchte damit sagen, es gibt kein schwarz oder weiß, sondern immer auch etwas dazwischen.
    Liebe Anna, danke für deinen tollen Geburtsbericht, auch ich lese gerne solche Berichte und auch ich heiße Anna. Viele Grüße…..

  14. Liebe Anna,
    Danke für dein Bericht und auch hier noch mal herzlichen Glückwunsch! Ich möchte mich auch den Vorrednerinnen anschließen: der Saugglocken Satz macht mir mehr Angst als Mut, gerade weil wir hier leider, leider weder Hebammen für Hausgeburten haben und es auch kein Geburtshaus in der Nähe gibt. Je nach Wohnort bleibt oft nur das Krankenhaus und Geburten darin werden fast nur noch als belastetend beschrieben, dass ich mich nach meiner Geburt tatsächlich immer wieder frage, ob eine Intervention hilfreich oder Übergriffig war. Und ich weiß es nicht. Ich muss auf die Hebamme vertrauen, wenn sie sagt, dass die Herztöne schlechter werden, aber gleichzeitig bin ich durch die Berichte und den Ruf so voreingenommen, dass ich nicht darauf vertrauen kann ob es stimmt oder Ausrede war.

    … wäre mein Kind wahrscheinlich mit saugglocke geboren und ich hätte vermutlich mehr… lässt eben noch Raum für Hoffnung aber bleibt auch realistisch, damit man vorbereitet ist- was auch wichtig ist!

    Ich finde es toll, dass du zeigst, dass man sich trauen sollte noch andere Positionen zu probieren und sich Zeit zu nehmen.

    Haben deine Töchtern dich gehört oder einfach weiter geschlafen? Wie ist das für größere Kinder, wenn eine Geburt zu Hause stattfinden darf?

    Ganz liebe Grüße
    von der Fuchs

  15. Herzlichen Glückwunsch zur Geburt und danke für diesen schönen Geburtsbericht! Meine dritte Geburt (von vieren) war auch ein Sterngucker und ich habe vieles im Bericht wieder erkannt. Ich habe übrigens bis zum Schluss nicht realisiert, dass er kein HHL ist, es war aber auch egal. Wir waren zu Hause und meine Hebamme ließ mir alle Zeit der Welt. Schön wenn es auch anderen Frauen so ergeht. Alles Gute für euer Leben zu fünft!

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