Slow Pregnancy – Annas Schwangerschaft Woche 40

Anna berichtet in dieser Kolumne Monat für Monat von ihrer dritten Schwangerschaft. „Slow pregnancy“ umschreibt ihren achtsamen, bewussten Umgang mit dieser Zeit und den Gedanken, die sie sich rund um das Schwangersein macht.

Der errechnete Termin ist erreicht. Unser Baby könnte jeden Tag kommen. Ich habe die Erstausstattung gewaschen und eingeräumt, die Federwiege (in der schon die großen Schwestern nie schlafen wollten) hatte ich (vorübergehend) aufgehängt, die Tragetücher und Tragehilfen im Schrank verstaut, ein Ringsling griffbereit an der Garderobe aufgehängt. In den letzten Tagen habe ich sogar noch den Balkon aufgeräumt und wie verrückt überall im Haus geputzt.

Fehlalarm

In der 37. Woche stellte meine Hebamme fest, dass das Köpfchen schon tief ins Becken getaucht und fest war. Mein Mann war aber noch beruflich im (sehr weit entfernten) Ausland unterwegs und ich bekam kurz Panik, dass das Baby ohne ihn kommen könnte. Zum Glück ließ es sich dann doch noch Zeit und nun arbeitet er für die letzten Wochen in Berlin (und wäre schnell genug bei mir).

Dennoch blieb eine gesteigerte Aufmerksamkeit für jede Wehe zurück. Tagsüber ist meistens alles ruhig, aber abends geht es jetzt immer häufiger los mit einigen Übungswehen, die auch schon im Rücken ziehen und relativ regelmäßig werden, allerdings für richtige Geburtswehen zu kurz sind. Ich hätte von mir selbst nicht erwartet, so aufgeregt zu sein beim dritten Kind, aber ich bin doch die ganze Zeit unter einer freudigen Spannung.

Da er nun aber die Kinder morgens in den Kindergarten bringen kann, hat sich für mich einiges entspannt. Die langen Wege wurden immer beschwerlicher, die stickige Luft in der Bahn unangenehmer. Am Nachmittag unternehmen wir jetzt nichts aufregendes mehr, sondern gehen einfach nur auf den nächsten Spielplatz oder nach Hause. Ich brauche das gerade und für die Kinder scheint es auch in Ordnung zu sein. Weiterhin bleibt an je einem Tag der Woche eines der Kinder zu Hause und hat mit mir Exklusivzeit, aber auch da lassen wir es eher ruhig angehen.

Aufgeregte Geschwisterkinder

Die beiden Mädchen fragen mich immer wieder, wann das Baby herauskommt. Wir lesen sehr oft in unseren Vorbereitungsbüchern. Sie spielen mit der Babykleidung, ziehen sie meiner alten Tragepuppe an, wollen ihre Kuscheltiere in der Puppentrage tragen.

Sie lieben die Besuche der Hebamme, stellen unheimlich viele Fragen und wollen alles anfassen. Sie kichern wie verrückt, wenn sie meinen Bauch streicheln und sich das Baby bewegt. Unsere Federwiege habe ich schließlich wieder abgehängt, weil ständig ein sehr großes, sehr schweres „Baby“ darin liegen wollte und ich ein bisschen Sorge um unseren Türrahmen hatte.

Paarzeit vor der Geburt

Mein Mann hatte durch einige Überstunden zusätzliche Urlaubstage angesammelt und reicht diese nun ein. Er ist also jetzt sozusagen seit Freitag schon in Elternzeit. Wir haben den Vormittag genutzt, um gemeinsam in einem Café zu sitzen und einfach zu reden. Obwohl ich in dieser Schwangerschaft entspannter bin als in den letzten, muss ich doch zugeben, die ein oder andere Stimmungsschwankung gehabt zu haben (und an ihm ausgelassen zu haben). Ich bin sehr froh, dass er mir das nicht übel nimmt, sondern weiß, dass es wieder besser wird.

Wir wissen auch, dass jetzt auch erst mal eine Zeit auf uns zukommen wird, in der unsere Ehe nicht die oberste Priorität haben wird. Zeitweise werden wir vielleicht sogar mehr nebeneinander her als miteinander leben, weil wir mit dem Baby und den zwei großen Schwestern viel zu tun haben werden. Aber das ist in Ordnung, denn letztendlich ist die Phase, in der uns unsere Kinder so intensiv brauchen doch so kurz. Und wir beide werden noch genug Zeit füreinander haben.

Ich bin gespannt, wann die Geburt nun tatsächlich losgehen wird. Auf jeden Fall wird es sehr bald spannend für uns und ein neues Kapitel unseres Lebens wird beginnen. Vielen Dank, dass ihr uns bis hierher begleitet habt!

 

Wie war das denn bei euch, ist euer Baby vor oder nach dem Termin gekommen? Oder vielleicht sogar direkt am Termin?

 

Anna ist Mutter von zwei Kindern und schwanger mit dem dritten Kind. Sie hat Neurowissenschaften und kognitive Psychologie studiert. Mehr von ihr könnt Ihr auf Instagram lesen unter @langsam.achtsam.echt . Den Bericht zu Woche 15 findet Ihr hier, den Bericht von Woche 20 hier, den Bericht von Woche 25 hier, den Bericht von Woche 30 hier und den Bericht von Woche 34 hier.

 

4 Kommentare

  1. Kristin B.

    Ich genieße gerade, dass Nr. 3 schon „so groß“ ist und allmählich beginnt, zu sprechen und alles, wirklich ALLES, nachzuplappern. 🤣 Bei der Großen musste ich auch länger warten. Die zwei Jüngsten kamen genau zum Termin. Der Kleinste sogar um 0.00 Uhr.

  2. Jessica

    Meine Kinder kamen an ET+3 und ET+4.
    Eine wunderbare Geburtsreise wünsche ich dir 🙂

  3. Franziska feifel

    Bei mir kam mein erstes Kind 4 Tage vor e.t., da vorzeitig eingeleitet.
    Das zweite kam am e.t.
    Das dritte 10 Tage früher
    Das vierte 1 Tag nach e.t.
    Alles dabei. Die Kinder kommen wenn sie wollen😉

  4. Simone Mocka

    Meine erste Tochter kam ET+2 und aktuell warte ich auf meine zweite Tochter. Heute ist der ET und ich habe nicht mehr so richtig Lust zu warten… Aber sie wird sich ihren Tag auswählen. Ich hoffe sehr, dass es wieder im Geburtshaus klappt. Dir alles Gute.

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