Slow pregnancy – Annas Schwangerschaft Woche 34

Anna berichtet in dieser Kolumne Monat für Monat von ihrer dritten Schwangerschaft. „Slow pregnancy“ umschreibt ihren achtsamen, bewussten Umgang mit dieser Zeit und den Gedanken, die sie sich rund um das Schwangersein macht.

Meine Schwangerschaft neigt sich dem Ende zu. Es stehen noch einige unerledigte Dinge auf unserer Liste, aber das wichtigste in dieser Phase ist für mich, die letzten Wochen noch besonders intensiv mit meinen Töchtern zu nutzen.

Die Kinder spüren, dass es langsam ernst wird

Seit ein paar Wochen hat meine Dreijährige sehr starke Wutanfälle, aus denen sie kaum wieder herausfindet. Es gipfelte in einem Tag, an dem keine zwei Stunden ohne halbstündige Schreiattacke vergingen. Selbst in der Kita war es aufgefallen, ich musste sie einmal sogar abholen, weil sie sich nicht beruhigen ließ. Das war noch nie vorgekommen. An diesem Tag verglich sie sich plötzlich ganz unvermittelt mit zwei Gegenständen aus unserem Haushalt, die kaputt gegangen und ersetzt worden waren. Und auch wenn ich das natürlich nicht überinterpretieren möchte, hat es mich schon sehr alarmiert. Dachte sie, sie sei kaputt und müsse vom Baby ersetzt werden?

Am Folgetag blieb sie bei mir zu Hause. Sie saß fast die ganze Zeit auf meinem Schoß, war fröhlich und ausgeglichen wie lange nicht mehr und redete ohne Punkt und Komma. Wir beschlossen, sie an einem Tag der Woche zu Hause zu lassen und am nächsten dann ihre Schwester (der die exklusive Mamazeit auch gut tun würde). Ich spielte Baby mit ihr (was von ihr selbst ausging und ich jetzt noch besonders unterstützte) und wir lasen auf ihren Wunsch sehr viel „Ich will auch Geschwister haben“ von Astrid Lindgren. Ich erzählte davon, wie es war, als sie ein Baby war – und betonte besonders, wie der Papa sie im Tuch getragen hatte, sodass ich Zeit für ihre Schwester hatte. Ich erzählte, dass ihr Papa nach der Geburt drei Monate lang zu Hause sein würde, damit wir beide viel Zeit für das Baby und viel Zeit für die beiden Großen haben würden. Und ich ließ ihr besonders am Morgen ganz viel Zeit, um ruhig in den Tag zu starten.

Und es wurde besser. Tatsächlich sogar ziemlich schlagartig. Sie sog die gemeinsame Zeit mit mir in sich auf, wurde sichtlich entspannter, die Wutanfälle ließen nach, beziehungsweise ließ sie sich wieder beruhigen.

Nutzt den Mutterschutz!

Ab der 34. Schwangerschaftswoche beginnt in Deutschland der gesetzliche Mutterschutz. Ich habe diese Zeit beim ersten Kind nur zufällig genutzt, weil das Ende des Semesters genau darauf fiel. Beim zweiten Kind hatte ich bereits ein Kind, das nicht (mehr) in den Kindergarten ging. Ich weiß, wie fit und leistungsfähig man sich in diesem Stadium der Schwangerschaft noch fühlen kann. Und dennoch würde ich allen Müttern empfehlen, den Mutterschutz zu nutzen. Zum Ausruhen, Yoga machen und um besonders intensiv Zeit mit den größeren Kindern zu verbringen. Auch wenn sich nicht alle Kinder vor der Geburt auffällig verhalten, so beschäftigt sie das Thema doch meistens sehr. Von gemeinsamer, kindgeleiteter, stressfreier Zeit werden alle Kinder profitieren!

Erste Schwangerschaftsbeschwerden

Bei mir beginnen langsam kleine Schwangerschaftszipperlein. Meine Symphyse hat sich etwas gelockert und schmerzt manchmal beim Gehen. Ich habe einen Gurt verschrieben bekommen, der die Schmerzen zwar nicht ganz lindert, aber mein Gewebe gut unterstützen kann. Die Hitze macht mir etwas zu schaffen und meine Füße sind abends etwas geschwollen von Wassereinlagerungen, gegen die ein kaltes Fußbad zum Glück gut hilft. Ich habe ab und zu schon recht starke Wehen und das Gefühl, dass das Baby langsam nach unten drückt.

Und dennoch hoffe ich nicht, dass unser Baby früher kommt. Ich möchte diese Zeit ganz auskosten, und jeder Tag im Bauch ist wertvoll für das kleine Wesen. Es ist so ein wundervolles Gefühl, dazuliegen und den unglaublich starken Bewegungen in meinem Bauch zuzuschauen. Diese einmalige Verbindung zu spüren. Ein Wunder geschieht in mir und es darf sich ruhig alle Zeit der Welt nehmen.

Anna ist Mutter von zwei Kindern und schwanger mit dem dritten Kind. Sie hat Neurowissenschaften und kognitive Psychologie studiert. Mehr von ihr könnt Ihr auf Instagram lesen unter @langsam.achtsam.echt . Den Bericht von Woche 15 hier, den Bericht von Woche 20 hier, den Bericht von Woche 25 hier, den Bericht von Woche 30 hier und von Woche 40 hier 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.