Erfahrungsbericht: Windelfrei

Franziska von franzisaidwhat dachte zunächst nicht daran, Elimination Communication oder „windelfrei“ mit ihrem Baby umzusetzen. Die Theorie hatte sie zunächst abgeschreckt. Über Stoffwindeln näherte sie sich dem Thema und entdeckte die Vorteile, die sie in ihrem persönlichen Bericht teilen möchte:

„Wie, sie ist trocken?“ Das habe ich ganz oft damals gehört und verstehe, dass es erstmal komisch klingt wenn jemand sagt, sein gerade ein Jahr gewordenes Kind wäre trocken. Ich möchte euch von unserem Weg berichten und dabei etwas Mut machen, über das Thema „Windelfrei“ nachzudenken. Vorab gesagt: Ich beziehe mich ausschließlich auf das Trockensein tagsüber, nicht in der Nacht.

Alles begann mit Stoffwindeln

Als meine Tochter sieben Monate alt war, stellte ich auf Stoffwindeln um. Ich denke, dass dies der Anstoß bei uns für alles Folgende war. Durch die Stoffwindeln habe ich ein besseres Gespür dafür bekommen, ob die Windel voll war oder ob sie musste, als bei Wegwerfwindeln. Ich hatte auch schon von „Windelfrei“ gehört, dies aber umzusetzen war für mich zu diesem Zeitpunkt noch keine Option. –  Teilzeitwindelfrei wie hier klang gut für mich und praktikabel im Alltag.

Generell gilt hier, wie in vielen anderen Bereichen: Jede Familie muss ihren ganz persönlichen Weg finden und gehen. Dies ist ein reiner Erfahrungsbericht über den Weg, den wir gegangen sind. Mit meinem zweiten Kind  gestaltet sich auch wieder alles anders – dazu aber weiter unten mehr.

Teilzeit-Windelfrei – was bedeutete das für mich?

Erst einmal: Meistens trägt mein Kind eine Windel. Wenn sie nicht gerade nackig im Laufstall strampelte, war eine Stoffwindel am Po. Wir begannen dann bei Standardsituationen abzuhalten, beispielsweise nach dem Essen oder Schlafen – die meisten Kinder müssen sich dann erleichtern. Ich habe sie in der typischen Abhalteposition, also Rücken des Kindes an meinen Bauch, meine Hände greifen in die Kniekehlen und halten das Kind in der Hocke, gehalten. Über einer Schüssel oder dem Klo. Und entweder kam etwas – oder eben nicht. Das wichtigste ist, sich selbst (und dem Kind!) keinen Druck zu machen. Entweder es klappt, oder eben nicht.

Was immer gut klappte von Anfang an, war das große Geschäft. Viele Eltern können bestätigen, dass sie wahrnehmen, wenn ihr Kind Stuhlgang hat: Erst heute hatte ich ein Gespräch im Rückbildungskurs mit den anderen Frauen, die allesamt sagen konnten wie ihr Kind guckt, wenn es in die Windel macht. Schaut es grimmig, oder macht es ein Geräusch? Drückt es? Ihr könnt das bei euren eigenen Kindern sicher genau so gut einschätzen. Hält man die Kinder dann ab, stellt sich bei vielen Babys eine direkte Erleichterung ein.

Von Teilzeit windelfrei zu trocken – So lief es bei uns

Meine Tochter wurde älter und zeigte immer mehr selbst, wenn sie mal musste, nachdem wir Laute zum Abhalten eingeführt hatten (siehe unten). Mittlerweile benutzte sie auch ein Töpfchen. Wichtig war mir dabei immer, keinen Druck oder Stress zu machen – wenn sie nicht auf den Topf wollte, dann musste sie natürlich nicht.

Um den ersten Geburtstag herum konnte sie selbst auf den Topf zeigen, hingehen und sich mit Unterstützung darauf setzen. Es ging automatisch weniger in die Windel, so wenig dass über die Weihnachtsferien der erste Tag trocken war. Dann der zweite und ein paar Tage später brachte ich sie in die KiTa. Ohne Windel. Die Erzieherin schloss sie in die Arme und sah mich fragend an. „Keine Windel?“ – Keine Windel. Ich hatte etwas Bammel vor der Reaktion und ich habe schon oft gehört dass manche Einrichtungen den Kindern trotzdem Windeln anziehen wollen. Unsere Gottseidank nicht. „Probieren wir.“, versprach mir die Erzieherin und tatsächlich ging an diesem Tag und den darauffolgenden nichts daneben.

Ich halte das für einen ganz wichtigen Aspekt: Unsere Tochter fühlte sich nicht nur Zuhause sondern auch im Kindergarten in ihren Bedürfnissen wahrgenommen. Sicher gab und gibt es auch heute noch mal Unfälle – sie ist ja auch mit mittlerweile zweieinhalb sehr klein und manchmal einfach so vertieft in ihr Spiel. Hier gilt die Devise: Lächeln, wischen, umziehen. Und unter „passiert eben“ verbuchen.

Drei Tipps, die uns bei Windelfrei geholfen haben

Dies sind die 5 Tipps, die mir besonders gut geholfen haben auf dem Windelfrei-Weg:

  1. Der Abhalte-Laut:
    Vielen Kindern hilft es, wenn ein Laut das Abhalten begleitet. Bei uns war es  „pschpsch“. Später kommt dann das klare Benennen hinzu.
  2. Entspannt bleiben:
    Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Ziel ist nicht, krampfhaft die Windel los zu werden, sondern das Bedürfnis zu befriedigen, nicht in die Windel zu machen und miteinander ins Gespräch zu kommen über die Ausscheidungsbedürfnisse und ein Bewusstsein zu schaffen auf beiden Seiten
  3. Windelfrei unterwegs:
    Im Haustierbedarf gibt es faltbare Wassernäpfe die in jede Handtasche passen. Ihr könnt aber auch einfach über einer Windel abhalten.

Habt ihr Fragen? Hier auf Instagram  könnt ihr mir gern unter meinem aktuellen Bild dazu Eure Gedanken mitteilen!

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