12 von 12 im Oktober 2016

Heute ist der 12. Oktober und ich nehme Euch mit 12 Bildern mit durch meinen Tag. Er war alles andere als einfach – und auch für meinen Mann war es kein leichter Tag. Seine Bilder seht Ihr hier. Ich werde ja oft gefragt, ob es auch schlechte Tage bei mir gibt. Natürlich gibt es die. Aber ich sehe meistens immer etwas Schönes in allem, sehe immer die gute Seite und halte mich an diesen Dingen fest. Doch dieser Tag heute war erst einmal gar nicht gut, aber auch so sieht das Leben als Familie manchmal aus. 

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1. Guten Morgen. Es ist noch Nacht, 5 Uhr. Ich werde von der Krankenschwester geweckt, denn meinem Kind wird eine Infusion gegeben. Es soll bis zur Visite nüchtern bleiben, denn vielleicht muss heute ein Fremdkörper aus der Lunge entfernt werden. Gestern Nachmittag sind wir ins Krankenhaus gefahren. Zuvor habe ich mein Kind kopfüber gehalten und auf den Rücken geklopft, damit es wieder atmet. Leute, besucht Erste-Hilfe-Kurse für Kinder. Es kann Leben retten.

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2. Wir haben zusammen im Bett geschlafen. Nicht gern gesehen, aber toleriert. Für mich war die Nacht zu kurz und zu unruhig. Zu sehr habe ich mich gesorgt und konnte einfach nicht schlafen.

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3. Links: Frühstück im Krankenhaus. Rechts: Was Mann und Kinder mir gestern noch schnell vorbei gebracht haben. Eierkuchen sind dabei, denn gestern nachmittags hatte ich viele, viele Eierkuchen gebacken. Eigentlich wollte ich heute ein Rezept posten zu einer neuen Artikelserie „Kochen für viele“ mit Ideen, wie man aus den Vorbereitungen für ein Essen mehrere Essen machen kann. Und diese Eierkuchen und ein Eierkuchenauflauf sollten das erste Rezept werden. Kommt später irgendwann einmal.

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4. Der Bewegungsspielraum ist nicht besonders groß durch die vielen Kabel zur Überwachung. Aber zwischendurch muss auch mal gekrabbelt werden.

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5. Gitterbetten sind bisher unbekannt gewesen, aber sie sind eine tolle Gelegenheit, um das Hochziehen zu üben. Stehen geht auch verkabelt.

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6. Endlich kommt mein Mann dazu. Es wird langsam schwierig mit dem Nüchtern bleiben. Ich trage das verkabelte Kind im Tuch so gut es geht und singe ein wenig. Aber irgendwann ist es auch genug. Es muss jetzt gestillt werden. Die Ärzte, die noch keine Entscheidung getroffen haben über den weiteren Verlauf sind ein wenig verstimmt, stimmen jedoch zu.

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7. Nach weiteren Untersuchungen steht fest: Es muss nicht endoskopiert werden. Wir können gehen, sollen aber alles weiter gut im Auge behalten. Also doch noch ein guter Morgen. Ich bin müde, ungewaschen und habe trotz Zahnbürste nicht die Zähne geputzt, weil ich nicht von der Seite meines Kindes gehen wollte. Ich denke an den heutigen Artikel über Dankbarkeit von Andrea, den ich in einer Schlafpause des Kindes gelesen habe und bin so dankbar für alles.

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8. Mein Mann und ich brauchen erstmal eine Pause, müssen durchatmen nach den letzten Stunden.

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9. Gemeinsames Mittagessen, fast vollständig mit 2 von 3 Kindern.

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10. Die ganze Familie ist wieder zu Hause. Es gibt Kuchen und wieder irgendwie Normalität. Uns allen sitzt der Schreck noch in den Knochen. Dies ist meine Seite des Tisches, die von meinem Mann sieht irgendwie anders aus. Und irgendwie ist das auch ein Sinnbild dafür, wie wir unterschiedlich unser gemeinsames Leben manchmal sehen.

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11. Eigentlich wollte ich ja heute den Geburtstag meines anderen Kindes weiter vorbereiten. Oje, da muss ich wohl noch ein wenig umplanen…

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12. Abendessen. Es gibt Käsespätzle mit Tomatensoße. Eines meiner Lieblingsessen. es gibt eine spezielle Tomatensoße im Glas, die schmeckt wie die Soße meiner Großmutter, die ich so liebte (Großmutter und Soße). Ich habe immer ein Glas zu Hause. Für Tage wie diesen, an denen ich ein bisschen Großmuttererinnerung brauche.

Und nun gehen wir schlafen. Ich weiß, dass ich auch diese Nacht nicht gut schlafen werde, aber sicherlich schon ein wenig besser.

Eure

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8 Kommentare

  1. Kathrin Borghoff

    Oh Gott wie fruchtbar! Ich hoffe es geht euch allen gut, nach dem Schreck. Gute Besserung, gute Erholung… Diese Babies finden aber auch immer die kleinen Teile, die sie nicht finden sollen 😫

  2. Ohwei. Tage wie diese braucht man wirklich nicht. Sie führen einem so schmerzhaft vor Augen, was man hat und nie wieder hergeben möchte. Über einen Erste-Hilfe-Kurs für Eltern denke ich schon seit der Geburt der Babytochter nach. Euer Erlebnis zeigt einmal mehr wie wichtig es ist, schnell zu reagieren. Kam der Fremdkörper denn raus?
    Alles Liebe
    Susanne

  3. oh mein Gott was für ein Schreck . Ich war gestern so wenig online und heute und nun sitzt der Schreck tief… Liebes pass auf Euch auf – ich weiß das machst Du eh, aber ich sende Dir gute Gedanken, ganz viel Kraft, Schlaf und mehr Schutzengel wie Du tragen kannst!!!!

    Ich machte tatsächlich mal einen speziellen Kurs für Kinder / Kleinkinder und war in meiner früheren Arbeitsstelle lange – so lange wie ich da war – Ersthelferin und hab meinen Kurs somit jährlich aufgefrischt. Trotzdem war es mir ein Anliegen auch einen für Kinder zu machen.

  4. Maria von OstSeeRäuberBande

    Liebe Susanne,
    was für ein Schreck und was für ein Glück, dass er solch ein glückliches Ende gefunden hat!

    Ich hab etwas ähnliches erlebt, allerdings war das Baby 9 Monate alt und hatte sich verbrüht. Und nicht nur der Schock und seine Schmerzen, auch die Hilflosigkeit und der zum Teil heftige Gegenwind des Krankenhauspersonals (Gitterbett, Flasche statt stillen, schreiendes Baby alleine lassen, … wurde erwartet) beschäftigen mich immernoch. Schon beim deinen Fotos kämpfe ich gegen die Tränen – ich wünsche euch, dass dieser Schreck weniger lange nachwirkt! Und natürlich, dass es dem kleinen Mann und den geschockten Eltern und Geschwistern mittlerweile wieder gut geht!

    Liebe Grüße,
    Maria von OstSeeRäuberBande

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