Monat: Februar 2016

Gönn Dir doch mal eine Auszeit…

Ich liege in einem frisch bezogenen Bett in einem sauberen Hotelzimmer. Ordnung soweit mein Auge reicht – und auch Stille. Keine Stimmen von laut spielenden Kindern, keine Aufforderungen, kein Streit. Es herrscht vollkommene Ruhe. Ich streiche über meinen Bauch mit Baby 3 darin, das sich als einzige Person in diesem Raum unbehaglich von einer Seite auf die andere wendet und zurück. Vielleicht kommt ja auch ihm die Stille irgendwie merkwürdig vor? Weiterlesen

Menschlichkeit lässt sich nicht in Vater- und Mutterrollen aufteilen

An manchen Tagen bin ich zugleich verwirrt und traurig über die Dinge, die ich lese. Dies geht mir gerade so, wenn ich Artikel über Vater- und Mutterrollen lese oder Kommentare zu verlinkten Artikeln. Ich ganz persönlich denke nicht, dass es bestimmte Vater- oder Mutteraufgaben gibt. Denn wenn wir diese Dinge, die wir als Aufgaben betrachten, aus Sicht des Kindes betrachten, geht es in erster Linie darum, einem Menschen ein Bedürfnis zu erfüllen – unabhängig davon, wer wir sind und wer er oder sie ist. Weiterlesen

34. Schwangerschaftswoche

Nun ist bereits die 34. Schwangerschaftswoche angebrochen. Langsam wird es eng im Bauch, wie ich an den Bewegungen des Babys merke. Immer wieder spüre ich an der einen Stelle ganz eindeutig kleine Füße, dann mal woanders wahrscheinlich einen Ellenbogen. Ich streiche über den Bauch, streichle sanft mein Baby und stelle mir vor, wie es wohl sein wird in ein paar Wochen. Bald sind es mehr Kinder als Erwachsene in diesem Haushalt. Bald wieder Geburt, Geburtsschmerz und dieses unglaubliche Gefühl, das Kind danach in den Händen zu halten, an meiner Brust liegend. Dieses Kind, das dann 10 Monate in meinem Körper wohnte. Bald wieder Wochenbett, Zeit der Ruhe und des Ankommens, Umgewöhnung für die Kinder. Bald wieder Tragetuchbinden, stillen – ein anderes Leben. Weiterlesen

Wahlfreiheit und Selbstbestimmung – eine Parabel

Es war einmal ein wunderbares, wildes und freies Tier. Es lebte in der Natur und konnte sich darin bewegen: Am Morgen ging es in Richtung Osten, denn es liebte den Sonnenaufgang und genoss die Zeit, in der es der Sonne zusehen konnte, wie sie den Himmel erklomm. Später ging es in Richtung Süden, streifte durch die Umgebung, beobachtete andere, suchte sich eine Mahlzeit und lief solange es die Beine trugen. Es machte eine Pause, wann immer es das wollte, ließ sich nieder und ruhte aus. Wenn es Lust hatte, ging es am Abend Richtung Westen, um der Sonne beim Untergehen zuzusehen. Und an manchen Tagen war es auch im Norden zu sehen, wenn der Weg des Tages dorthin führte. Es besuchte andere, lebte in den Tag und war einfach frei. Es gebar Kinder in dieser Freiheit, die auch frei ihre Wege gehen konnten. Eines Tages wurde es jedoch eingefangen und in ein Gehege gebracht. Es war an vielen Stellen ein durchaus schön gestaltetes Gehege und auch darin konnte es sich bewegen. Es konnte fast der Sonne zusehen beim Aufgehen und auch ein Stück weit beim Untergehen. Es konnte nicht so weit laufen wie es wollte, aber ein bisschen weit. Es konnte auch hier ein Kind gebären und streifte mit diesem später zusammen durch das neue Zuhause. Es berichtete von der Freiheit, von der Weite, von den unendlichen Möglichkeiten. Doch das Kind verstand all dies nicht so wirklich. Das Zuhause des Kindes war auch schön, denn man konnte schließlich fast den Sonnenaufgang sehen und fast den Sonnenuntergang und es war sicher in diesem großzügigen Gehege vor anderen Dingen. Aber es würde nie erfahren, wie es wirklich sein würde bis zum Horizont zu laufen, um die Sonne aufgehen zu sehen. Es hatte, auch wenn es ganz nett war dort, eine andere Vorstellung von dem, was schön und richtig war als die Mutter, die diese Freiheit kennenlernte.

Wahlfreiheit bedeutet nicht, dass man sich in einem bestimmten Rahmen bewegen kann, den andere für einen abgesteckt haben. Wahlfreiheit bedeutet, dass man sich wirklich bewegen kann. Selbstbestimmung bedeutet, dass man selber seinen ganz persönlichen Weg gehen kann ohne Einschränkungen von Außen. Auch wenn andere Menschen meinen, einen vermeintlich besseren, sicheren oder gesünderen Weg für uns zu kennen, sind wir es, die entscheiden dürfen. Und wir können nur dann wirklich eine Entscheidung treffen, wenn wir den Raum dafür haben. Wir können nur wirklich objektiv etwas beurteilen, wenn wir es ganz be-greifen, wenn wir es fühlen und vergleichen können.

Wenn wir in Grenzen aufwachsen, in engen Gehegen, können wir nicht wirklich beurteilen, was Freiheit wirklich ist. Wir sprechen von Selbstbestimmung und Wahlfreiheit ohne wirklich zu wissen, was es ist. Denn es ist keine Wahlfreiheit, wenn wir nur fast bis zum Horizont kommen, auch wenn es bis dahin ganz nett ist. Selbstbestimmung fängt da an, wo wir wirklich selbst entscheiden – frei von Beeinflussung und wirklich frei von den Interessen anderer Menschen. Frei davon, ob wir es uns finanziell leisten können oder nicht. Einfach, weil wir das tun können, was für uns gut ist und wir gleichzeitig auch wissen, welche Möglichkeiten es alle gibt. Wir können uns aus der unglaublichen Vielzahl an Farben die auswählen, die wirklich nur uns gefällt.

Diese Wahlfreiheit ist es, die ich mir für meine Kinder wünsche und auch für mich. Sei es, wenn es um Geburt geht oder um eine andere Entscheidung des Lebens.

Eure
Susanne_clear Kopie

 

 

Wochenende in Bildern 06./07. Februar 2016

Dieses Wochenende stand wieder im Zeichen der Entspannung. Ich merke an meinem Körper und meinen Energiereserven, dass die Geburt immer näher rückt. Große Anstrengungen sind nicht mehr zu machen und überhaupt verändert sich langsam die Zeitwahrnehmung und alles wird langsamer und ruhiger. Mein Körper, aber auch meine Gedanken. Deswegen war dieses Wochenende eine entspannte Zeit mit wenigen Aufgaben, mit lieben Freunden und Genuss. Weiterlesen

Lesenkönnen verändert die Welt von Kindern und Eltern

„Mama, was heißt HURE?“ Ich laufe mit meinem Kind durch die Berliner Straßen. Wir sind schon viele Male hier entlang gelaufen, kennen die schmutzigen Ecken, die niedlichen Cafés, die schönen Spielplätze. Und dennoch entdeckt mein Kind die Geburtsstadt nun neu, denn es kann lesen. Es liest Straßennamen vor, Schilder an Läden, groß geschriebene Titel auf Zeitungsaufstellern – und Wörter an Häuserwänden. Es ist, als ob mein Kind in eine ganz neue Welt eintaucht, eine andere Welt kennenlernt. Eine Welt von Worten, von Nachrichten, die ich ihm bisher vorenthalten konnte. Aber mit dem Beginn des Lesens ändert sich alles. Weiterlesen

Erstausstattung: Was brauche ich eigentlich zum Stillen?

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Eigentlich ist die Frage danach, was für das Stillen benötigt wird, sehr schnell zu beantworten, denn das Wichtigste für das Stillen sind einfach wir: Mutter und Kind. Und auch in Hinblick auf die Vorbereitung des Stillens gibt es tatsächlich nicht viel, was wir machen können, denn das Wesentliche macht der Körper und wir können nur einige kleine Vorkehrungen zusätzlich treffen und einige Dinge (wie das früher übliche Abhärten von Brustwarzen) weglassen. Im Laufe meiner nun insgesamt 5 Jahren Stillerfahrung haben sich für mich folgende Dinge als hilfreich erwiesen für das Stillen, die ich zusätzlich zu mir und meinem Baby benötigt habe: Weiterlesen

Geborgenheit bedeutet… für Anne von „X-MAL ANDERS Ullrich-Turner-Syndrom! Ja und?!“

Anne ist Mutter von zwei Kindern: ihre Tochter wurde im Juni 2012 mit dem Ullrich-Turner-Syndrom geboren, ihr Sohn kam im Februar 2015 zur Welt. Auf ihrem Blog „X-MAL ANDERS Ullrich-Turner-Syndrom! Ja und?!“ berichtet sie von ihrem Leben mit ihren Kindern und besonders auch davon, was das Ullrich-Turner-Syndrom ist und wie es sich im Alltag auswirkt. Zusätzlich hat sie auch ein Buch über das Syndrom geschrieben, in dem das Leben betroffener Frauen portraitiert wird, denn durch diese Chromosomenveränderung kommt es u.a. zu einer geringeren Körpergröße und einer anderen Geschlechtsentwicklung. Am Anfang ihres Weges als Mutter waren die Ängste groß und sie war verunsichert durch die Diagnose. Wie sie mit ihrer Familie dennoch ihren eigenen geborgenen Weg gefunden hat, berichtet sie heute: Weiterlesen

Unser Jahreszeitentisch im Februar

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Am vergangenen Wochenende haben wir den Januarjahreszeitentisch mit der Winterkönigin und den selbst gebauten Bäumen abgebaut. Die Zeit des Schnees ist – wie es jedenfalls scheint – nun vorbei. Es taut, es regnet, es fließt. Für mich scheint auch die Zeit nur allzu schnell dahinzufließen und deswegen habe ich den Fluss als Kernelement für den Februarjahreszeitentisch gewählt: Mütterchen Tau steht am Fluss. Weiterlesen