Stillstand. Alles wird wieder gut.

Ich bin ein ruhiger Mensch. Es braucht eine Weile bis ich mich aufrege. Auch in kritischen Situation schaffe ich es oft, ruhig zu bleiben. Doch wenn es um meine Kinder geht, ist alles anders. Wenn es um meine Kinder geht, habe auch ich Ängste. 

Als ich mein Kind schreien hörte wusste ich, dass etwas nicht stimmte. Ich kenne das Schreien meines Kindes sehr gut: Wenn es genervt ist, wenn es müde wird, wenn es sich langweilt. Ich kenne auch den Schrei von Verletzungen, wenn ein Stein auf den Fuß gefallen ist oder ein anderes Kind an den Haaren zieht. Bisher kannte ich keine Schreie aus Panik, doch ich werde es nun nicht mehr vergessen. Manche Dinge brennen sich in die Erinnerungen ein und man wird sie nicht wieder los.

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Ich komme aus der Küche und sehe mein Kind auf dem Boden sitzen. Ich denke zuerst, dass es aber stark weint – bis ich merke, dass das Blut ist. Und ohne zu wissen was wirklich passiert ist, ziehe ich es an mein Herz, mein blutendes Kind. Es ist doch so klein. Die Welt bleibt einen Moment stehen. Und tatsächlich ist es, wie man es in Filmen sieht: Tausend Gedanken gehen durch den Kopf, Bilder schießen an mir vorbei. Geburt, Lachen, ich rieche den Geruch der Haut, der so vertraut ist. Was nur tun? Blitzschnelle Gedanken rasen durch den Kopf. Murmel ich für das Kind oder für mich, dass alles wieder gut wird? Immer und immer wieder die gleichen Sätze. Der Erste-Hilfe-Kasten ist nicht auf dem neuesten Stand, weiß ich. Hätte ich doch bloß die Kinder nicht immer mit den Pflastern spielen lassen. Ich nehme mein Kind und renne damit über die Straße zu den Nachbarn, die Schuhe gehen auf dem Weg verloren.

Das Kind weint, es atmet und lebt. Alles wird wieder gut. Der Nachbar beruhigt, wischt das viele Blut mit einem nassen Lappen zur Seite. Es ist gar nicht so schlimm. Alles wird wieder gut. Vielleicht sollten wir ja doch ins Krankenhaus fahren. Wo ist nur das nächste?

Alles wird wieder gut, auch wenn die Zeit kurz still stand. Das Kind ist versorgt. Es hat sich verletzt und wurde behandelt und es wird wohl alles wieder gut. Vielleicht werden zwei kleine Narben bleiben. Morgen gehe ich in die Apotheke und bessere den Erste-Hilfe-Kasten wieder auf, lege U-Untersuchungsheft und Impfpass an eine Stelle, die ich im Notfall schnell erreiche und schreibe mir die Rufnummern und Adressen der nahegelegenen Ärzte und Krankenhäuser auf.

Was in unsere Hausapotheke hinein kommt/zu finden ist:

  • Fieberthermometer (flexibel)
  • Badethermometer (für Fußbäder)
  • Pipetten (um z.B. Muttermilch bei Schnupfen in die Nase träufeln zu können)
  • Kirschkernkissen
  • Wärmflasche(n)
  • Rettungsdecke
  • Wickelsets
  • Pinzette
  • Zeckenkarte (auch für Portemonnaie)
  • Desinfektionsspray
  • Einmalhandschuhe
  • Pflaster
  • Leukostrip
  • Heftpflaster
  • Wundschnellverband
  • Verbandpäckchen
  • Verbandtuch
  • Verbandschere
  • sterile Kompressen
  • Fieberzäpfchen (für den Notfall)
  • Salbe gegen Insektenstiche/Verbrennungen, z.B. Combudoron von Weleda
  • Arnikasalbe
  • Calendula-Essenz
  • Emser Salz
  • medizinische Kohle
  • Lefax (bei Verschlucken von schäumenden Mitteln wie Reinigungsmittel)
  • Heilwolle (als Zutat für Wickel)
  • Lavendelöl (beruhigend, entspannend)
  • Retterspitz äußerlich
  • Kühlkompressen für den Kühlschrank