Neue Wege – Mütter und ihre Jobs: Silke Kamchen von Zellmops

Silke-Kamchen

Manchmal liegt Gutes so nah. Jedenfalls hier. Denn in Laufweite unseres Berlin-Zuhauses befindet sich der kleine Laden Zellmops/Püppikram direkt am Boxhagener Platz in Friedrichshain. Und in diesem Laden arbeitet Silke, Mama einer kleinen Tochter, die sich selbständig gemacht hat mit Stilltüchern und Beauty-Dienstleistungen, um Familie und Beruf besser zu vereinbaren können:

1. Was hast Du früher gemacht/wo hast Du früher gearbeitet?

Ich bin mit 16 aus der Nähe von Leipzig nach Stuttgart gezogen, um bei Daimler eine Ausbildung zu absolvieren. Danach habe ich 3 Jahre in der strategischen Planung für Trucks gearbeitet und habe parallel dazu mein Abend-Abitur gemacht. Nach dem Abi kündigte ich und startete ein berufsintegriertes Studium zum Bachelor in BWL, was ich 2011 abschloss. Während der Uni-Zeit habe ich als freiberufliche Projektassistentin in Stuttgart, Frankfurt, Berlin und Münster gearbeitet. Das war echt spannend und hat mir total viel Spaß gemacht. Zusätzlich arbeitete ich nebenher im Make-up-Bereich und habe mir damit einen Kindheitstraum erfüllt. Das war mein kreativer Ausgleich zum Projektgeschäft.

2. Warum wolltest Du nach der Geburt/Elternzeit einen neuen Weg gehen?

Meine Tochter wurde 2012 in Berlin geboren. Ich wollte trotzdem weiterhin in Projekten arbeiten und das so, dass ich mir die Zeit selbst einteilen kann. Nach 5 Jahren Selbständigkeit konnte ich mir eine  Festanstellung nicht vorstellen. Somit entstand zuerst das Projekt Zellmops, ein Label, was in Berlin Stilltücher produziert. Für mich war es einfach angenehmer, mein Baby unter einem Tuch zu stillen. Und so wurde das Label Zellmops geboren. Mit unseren handgemachten Stillcapes kann die Mama ihr Baby entspannt in der Öffentlichkeit stillen. Meine Leidenschaft, die natürliche Schönheit der Frau mit einem Make-up und einem Hairstyling hervorzuheben, kann ich beim zweiten Start-up Püppikram einbringen. Püppikram ist eine Agentur für Beauty-Dienstleistungen und Events, die Junggesellinnenabschiede, Schminkkurse oder Brautstylings anbietet. Seit kurzem haben wir einen Salon in Berlin Friedrichshain, in dem beide Projekte vereint sind.

3. Erkläre kurz, was Dir an der Arbeit besonders gefällt.

Ich liebe es, morgens in den Salon zu kommen und mit unserem mittlerweile vierköpfigen Team beide Projekte nach vorne zu bringen. Wir haben alle eher zufällig zueinander gefunden und die Zusammenarbeit findet auf gleicher Ebene statt. Alle können sich einbringen und zusammen Gas geben. Der Austausch mit den Mädels ist auch das, was zwischendurch hilft, wenn gerade viel los ist. Dann kann man sich austauschen, und sich gegenseitig unter die Arme greifen. Bei Püppikram mag ich, dass wir endlich einen gemütlichen Beauty-Salon haben und die Make-up Ausstattung an einem Ort ist. Bei Zellmops ist es schön, dass es endlich einen Anlaufpunkt für die Kundinnen gibt. Vorher haben wir Zellmops bei mir zu Hause produziert und ausschließlich im Zellmops Online-Shop verkauft. Außerdem ist für mich nun berufliches und privates räumlich getrennt, was es einfacher macht, abzuschalten.

4. Wie gestaltest Du jetzt Deinen Alltag mit dem Job und Deiner Familie?

Meistens bringt mein Freund gegen 8 Uhr unsere Tochter in die Kita. Ich begleite die beiden ein Stück und gehe dann in den Laden. Dort erledige ich bis 10 Uhr Organisatorisches, wie Bestellungen, Angebote und Abstimmungen mit Laura, der Produktionsleitung von Zellmops. Zwischen 10 Uhr und 15 Uhr darf ich mich um die Püppikram-Kundinnen kümmern. Birte, eine Kollegin, hat auch eine Tochter und es ist uns wichtig, dass wir familienfreundliche Arbeitszeiten haben. Natürlich machen wir auch außerhalb dieser Zeiten Termine, das erfolgt aber nach Absprache. Zwischen 16 Uhr und 16:30 Uhr hole ich meine Tochter aus der Kita ab. Wenn ich ganztägige Einsätze, z. B. als Make-up Artist beim Dreh oder als Visagistin in renommierten Berliner Kaufhäusern habe, holt mein Freund Lana ab. Dafür übernehme ich einen anderen Tag. Nach der Kita gehen wir noch raus, essen Eis oder treffen uns mit Freunden. Vor unserer Ladeneröffnung im Juni habe ich zu Hause bis in die Abendstunden hinein gearbeitet. Das ist jetzt aber deutlich weniger geworden. Ich bin im Salon und im Team einfach produktiver.

5. Würdest Du Deinen neuen Job anderen Müttern empfehlen? Wenn ja, warum?

Es kommt darauf an, wie viel Risiko man selbst eingehen will. Wer die Sicherheit nicht braucht, ist auf jeden Fall geeignet. Ich kann mir vorstellen, dass es für viele Frauen schön ist, zu wissen, wann Feierabend ist und dass man seinen Jahresurlaub planen kann. Daran arbeite ich gerade. Ich schaffe es noch nicht, 2 Wochen am Stück Urlaub zu machen. Das ist mein nächstes Ziel.

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Gewinnt ein Stilltuch von Zellmops

Silke hat mir bei meinem Besuch in ihrem Laden ihre tollen Stilltücher gezeigt und stellt für Euch eines dieser schönen Tücher zur Verlosung bereit. Wie Ihr in die Lostrommel kommt?

Mitmachen können alle LeserInnen ab 18 Jahren hier im Blog oder auf Facebook: Schreibt mir einen Kommentar hier im Blog oder bei Facebook, was Euch an der Serie „Mütter und ihre Jobs“ besonders gefällt oder welchen Job/welche Person ihr gerne mal im Interview hier hättet. Die Verlosung endet am 07.09.2014 um 20 Uhr unter allen volljährigen Fans, die kommentiert haben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Verlosung steht in keinem Zusammenhang mit Facebook. Verantwortlich ist geborgen-wachsen.de (Impressum: http://geborgen-wachsen.de/impressum/).

Vielen Dank an Silke für das Interview. In der nächsten Woche findet Ihr hier das Interview Puppenmacherin Maike CoelleHast Du auch einen Job, den Du hier vorstellen möchtest? Dann schreib mir an [email protected]

Bisher in dieser Reihe erschienen sind Interviews mit Tagesmutter KatharinaHebamme Anna VirnichBloggerin Marisa Hart von Baby, Kind & MeerBabyladeninhaberin Paula PülzSchwangerschafts-Concierge Ulrike LothHebamme und Bloggerin Anja C. GacaSarah Seeliger von LibrileoAutorin Nora ImlauMütterpflegerin Kathrin Roth, Chemikerin @fraubruellenDoula Denise WilkEva Ella Hartmann von ringelmiezBettina M. Kreissl Lonfant von der Agence PhilosophiqueAnna Luz de León von BerlinMitteMomRamona Weyde-Ferch von jademond.de,Stephanie Oppitz von der Windelmanufaktur, und Simone Janke als me&i-Beraterin.

Auch Elke Peetz hat sich des Themas angenommen und zeigt hier 100 Probleme und 100 Lösungen von Frauen

  • Sue

    Schöne Idee mit dem Stilltuch – und da ich bisher als neu Stillende in der Öffentlichkeit noch gar nicht gestillt habe, wäre das für den Anfang sehr toll.

    Spannend fände ich ein Interview mit Susanne Westphal, (Twitter: https://twitter.com/SueWestCom, http://suewest.de/ueber-mich/), eine Powerfrau mit fünf Kindern. Da würde ich gerne einmal die Antworten auf deine Fragen lesen.

  • Bente

    Sehr inspirierende Serie! Mir gefällt die Vielfalt der vorgestellten Jobs.

  • Anne

    Hallo,
    ich lese erst seit kurzem hier und hab mich ein bisschen durchgeklickt. Die Serie ist sehr interessant, weil ich etwas über Jobs bzw. Tätigkeiten erfahre, die ich nicht kannte. Mich würde interessieren, wie Mütter im Schichtdienst – also Krankenschwestern zum Beispiel – ihren Alltag gestalten.
    Die Stilltücher finde ich klasse. Für mich und den noch Bauchbewohner würde ich gerne gewinnen.
    Viele Grüße Anne

    • lilysu

      Liebe Anne,
      herzlichen Glückwunsch! Das Los ist auf Dich gefallen. Bitte schick mir Deine Kontaktdaten per Mail zu.
      Liebe Grüße,
      Susanne

  • Sophia

    Hallo… Ich finde schön dass man bei der Serie sieht, das es, mit etwas mut und unterstützung doch einige Möglichkeiten gibt, trotz Kind neue Wege zu gehen.

    Das stilltuch ist bestimmt ne tolle Sache.
    Vielleicht hab ich ja Glück 🙂