Ordnung, Ordnung, Ordnung

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Immer wieder werde ich gefragt, wie ich das mit der Ordnung zu Hause so halte und wie das mit den Kindern so gemacht wird. Zunächst einmal: Natürlich sieht es auf meinen Fotos ordentlich aus, aber ganz oft ist es auch ganz anders hier. Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne. Und letztlich verbringe ich lieber Zeit mit meinen Kindern, als ständig zu waschen, putzen, Staub zu wischen und so weiter. Natürlich ist das auch notwendig, aber es nimmt absolut nicht den größten Teil meiner Tagesbeschäftigung ein. Wie also mache ich es mit dem Ordnung halten im Alltag?

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Aufräumen

Ich bitte meine Kinder, mit aufzuräumen. Dabei erwarte ich nicht, dass sie nach meinen Maßstäben aufräumen. Es geht eher darum, ihnen zu zeigen, dass das Aufräumen zum Tag dazu gehört und sie daran zu gewöhnen. Kinder haben einen ganz eigenen Ordnungssinn und der kann sich von dem der Eltern sehr unterscheiden. Sie sortieren vielleicht nach anderen Maßstäben oder entwickeln ganz neue Kategorien: Nicht alle Bausteine sollen in eine Kiste, sondern auf einmal werden zwei Kisten benötigt, weil ja die grünen Bausteine nicht dazu gehören. Nach und nach steigen die Erwartungen an das Aufräumen bei mir an und es werden mehr Vorgaben gemacht. Beim Sohn freue ich mich, wenn er Dinge in eine Kiste wirft. Die Tochter sollte aber mit ihren fast 5 Jahren schon die verschiedenen Bastelsachen in die zugehörigen Boxen legen.

Wenn ich mit den Kindern im Spielzimmer spiele oder bei ihnen sitze und lese oder etwas andere tue, habe ich immer auch einen Blick auf die Spielsachen. Merke ich, dass ein Spiel zu Ende gespielt ist, bitte ich, das weg zu räumen bevor mit einer neuen Sache begonnen wird. Wenn sich aber gerade ein neues Spiel aus einem alten entwickelt hat und ich die Kinder nicht unterbrechen möchte, räume ich die Sachen auch einfach selbst zur Seite. Das Aufräumen bleibt also im Fluß. Ich empfinde es als wichtig, dass der Spielraum immer etwas klar ist, damit die Kinder auch wieder neu in ein Spiel kommen und nicht von zu viel umher liegenden Dingen abgelenkt sind.

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Sortieren

Um es im Alltag auch den Kindern einfacher zu machen, haben die Dinge ihren Platz: Die Bücher der Tochter stehen in einem Regal, die des Sohns im anderen. Die Bastelsachen sind alle in durchsichtigen Plastikboxen, so dass man von außen weiß, was darin ist. Sie stehen weiter oben im Regal, so dass die Kinder Bescheid sagen können, wenn sie die Knete, die Sandkiste oder den Playmais haben wollen. So fällt es leicht, etwas auszuwählen und auch, es später wieder zurück zu stellen.

Sauber machen

Ich finde, das ist das schwerste im Alltag mit den Kindern – gerade, wenn sie zu Hause sind: Die Grundreinigung der Wohnung. Staub wischen, putzen, saugen. Es nimmt viel Zeit in Anspruch, einen Vierpersonenhaushalt zu pflegen und diese Zeit wollen die Kinder aber oft nicht hergeben. Da hilft nur eins: beides miteinander verbinden! Wir haben Kinderbesen, Kinderschrubber, Handfeger und Kehrblech in kleiner Ausführung. Besonders beliebt ist das Badputzen mit viel Wasser und Schaum. Natürlich geht das nicht so schnell wie früher ohne Kinder und ist auch ab und zu mit kleinen Pannen verbunden, wenn der Wassereimer umfällt oder mit dem Besen beim Rumhantieren ein Glas vom Schrank gefegt wird. Kinder können aber aktiv mit dabei sein, lernen dabei viel in Hinblick auf die Feinmotorik und haben einfach Spaß.

Wenn Besuch kommt

Früher habe ich vor Besuchen gründlich aufgeräumt, gesaugt, vielleicht sogar die Fenster geputzt. Heute ist das in der Form, in der ich es damals getan habe, nicht mehr möglich. Aber früher habe ich auch meine Küchenhandtücher gebügelt – heute nicht mehr vorstellbar. Ein sehr lustiges und durchaus effektives Vorgehen, um die Wohnung schnell gut aussehen zu lassen, habe ich bei Chantalle von Fat Mum Slim gefunden. Tatsächlich habe ich ein ähnliches Vorgehen für Notfallaufräumaktionen bei mir. Und wenn das nicht klappt, oder nicht ausreicht, dann verweise ich auf dieses Gedicht, dessen Verfasser unbekannt ist, ich ihm aber für diese schönen Zeilen gerne einmal danken würde:

Freund, wenn Du dieses Haus betrittst;
vieles nicht ganz sauber blitzt.
Du merkst, das es hier Kinder gibt,
die man mehr als Putzen liebt.

Da gibt es Spuren an den Wänden,
gemalt von flinken kleinen Händen.
Wir machen es mal später weg,
jetzt spielen wir erstmal Versteck.

Spielzeug liegt an jedem Ort,
doch eines Tages ist es fort.
Die Kinder sind uns kurz geliehen,
bis sie erwachsen von uns ziehen.

Dann wird auch alles aufgeräumt,
dann läuft der Haushalt wie erträumt.
Jetzt freuen wir uns an unseren Kindern
und lassen uns daran nicht hindern.

6 Kommentare

  1. Bienchen

    Ich finde ja immer so Bilder faszinierend, wo es aussieht, als würde dort keiner Wohnen, so aller „Zuhause im Glück“ oder „Einsatz in vier Wenden“. Ich mag das eigentlich auch ganz gerne, aber im Alltag schaut dass dann doch etwas anders aus. 🙂

  2. sternenglück

    Das Gedicht ist einfach perfekt. Vielleicht sollte man das direkt im Flur aufhängen?!
    Liebe Grüße
    Sternie

  3. Oh das wird bei mir noch interessant werden. Bin ja totale Ordnungfanatikerin und bei mir ist es wirklich nie unordendlich (was jetzt aber nicht heißt, dass es nicht sehr persönlich aussieht und viele Erinnerungsstücke die Räume schmücken). In der Kita (bin Kindheitspädagogin) muss ich mich schon sehr zurück halten nicht für die Kinder aufzuräumen – macht mir eben Spaß >_< Das wird bei den eignen auch nicht einfach, aber ich weiß natürlich, dass es für die Kinder besser ist sich zurück zu halten und sie beim Aufräumen zu integrieren 🙂

  4. Bekkysternberg

    Bei mir kommt das Gedicht direkt in Flur, es ist wunderschön und erinnert einen selbst daran was wichtig ist.

  5. Ich bin leider auch sehr extrem mit meinem sauber machen und verliere ganz oft den Blick auf das Wichtigste, nämlich auf die Kindern.
    Wenn ich jetzt so einen „Druck“ verspüre aufzuräumen und zu putzen, dann lese ich mir das Gedicht durch und nimm es mir zu Herzen.

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