34. Schwangerschaftswoche

Nun ist bereits die 34. Schwangerschaftswoche angebrochen. Langsam wird es eng im Bauch, wie ich an den Bewegungen des Babys merke. Immer wieder spüre ich an der einen Stelle ganz eindeutig kleine Füße, dann mal woanders wahrscheinlich einen Ellenbogen. Ich streiche über den Bauch, streichle sanft mein Baby und stelle mir vor, wie es wohl sein wird in ein paar Wochen. Bald sind es mehr Kinder als Erwachsene in diesem Haushalt. Bald wieder Geburt, Geburtsschmerz und dieses unglaubliche Gefühl, das Kind danach in den Händen zu halten, an meiner Brust liegend. Dieses Kind, das dann 10 Monate in meinem Körper wohnte. Bald wieder Wochenbett, Zeit der Ruhe und des Ankommens, Umgewöhnung für die Kinder. Bald wieder Tragetuchbinden, stillen – ein anderes Leben.

Mutterschutz? 

Ich bin selbständig, daher gibt es für mich eigentlich keine wirkliche Mutterschutzzeit. Ursprünglich hatte ich auch geplant, dass ich direkt bis zur Geburt an meinem nächsten Buch schreibe, doch dann habe ich in dieser Woche gemerkt, dass die Zeit der Ruhe und Einkehr einfach gekommen ist. Mein Körper braucht Ruhe, meine Gedanken wollen sich auf die Geburt vorbereiten. Es fiel mir schwer, mein neues Projekt zeitlich zu verschieben, aber es ist der richtige Weg. Mein Mann, den ich in solchen Situationen immer besonders liebe, fragte mich einfach nur: „Was ist geborgen wachsen?“ Ja, geborgen wachsen bezieht sich auch auf die Schwangerschaft und Geburt und natürlich steht mein Gefühl an erster Stelle. Es ist komisch, dass dieses eigene Bedürfnis fast zeitlich mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Mutterschutzzeit zusammenfällt. Es ist wirklich ein inneres Bedürfnis von mir, nun zur Ruhe zu kommen und die letzten Vorbereitungen zu Hause zu erledigen. Auch mein Körper sagt mir deutlich, dass die Zeit der Ruhe nun gekommen ist.

O4txbvgJU81QCfoo.jpg

Mein Körper in der 34. Woche

Der Babybauch ist riesig und ich spüre beim Sitzen, wie sich das Baby manchmal an meiner Position nicht erfreut. Es wird langsam wohl eng im Bauch. Für mich bedeutet das auch, dass die Gebärmutter auf den Magen drückt. Es gibt nur noch kleine Essensportionen über den Tag verteilt, um Sodbrennen vorzubeugen. Dass es eng wird für meine Organe merke ich auch daran, dass sich meine sportlichen Fähigkeiten einschränken. Nach dem Treppensteigen in den vierten Stock hörte ich mich in dieser Woche an wie eine Dampflock. Doch nicht nur im Inneren spüre ich die Veränderung, auch im Äußeren: Meine Haut ist sehr sensibel und braucht gerade viel Pflege und Wohlfühlmomente in der Wanne oder sanfte Massageeinheiten. Insgesamt habe ich jetzt 14kg zugenommen und bin damit in etwa bei einem Gewicht, das ich auch in den anderen Schwangerschaften zu dieser Zeit hatte. Verrückt, wie sich die Schwangerschaften doch in einigen Punkten ähneln, auch wenn es jedes Mal anders ist.

Das Baby in der 34. Woche

Auch für das Baby wird es enger, wodurch es mehr Berührungsreize wahrnimmt und verarbeitet. Überhaupt ist das Sinnessystem schon gut ausgebildet und es nimmt Informationen über die verschiedenen Bereiche wahr. Auf diese Weise macht es sich schon etwas mit der Umgebung vertraut. Während es vor einiger Zeit gerne noch quer in meinem Bauch lag, hat es nun eine Position mit dem Kopf nach unten eingenommen und ich bin froh, dass es für die Geburt „richtig herum“ liegt und nicht in Beckenendlage, die ein Auschlusskriterium für eine Hausgeburt wäre. Natürlich könnte sich das Baby, wenn es mit dem Po nach unten im Bauch wäre, bis zur Geburt auch noch in Geburtsposition drehen oder durch andere Impulse wie bestimmte Körperhaltungen, eine Moxa-Behandlung oder schließlich sogar eine äußere Wendung versucht werden, zum Drehen bewegt zu werden. Aber ich freue mich, dass es anscheinend nicht so sein muss und wie bei den anderen beiden Geburten liegt.

Noch zu erledigen vor der Geburt…

Nun also sind es nur noch wenige Wochen. Hergerichtet werden muss noch der zukünftige Schlafplatz in unserem Familienbett und auch die Erstausstattung ist noch nicht fertig, denn: sie soll möglichst funktional, aber auch individuell und ökologisch sein. Ich suche daher weiterhin Ideen zusammen, um sie später an Euch auch weiter geben zu können. Auch wünsche ich mir diesmal eine kleine Feier vor der Geburt mit Freundinnen und ihren Kindern, um den Übergang zu feiern mit kleinen Ritualen, Wünschen und einfach einem lustigen Zusammensein, eine Art Blessingway wie hier beschrieben. Auch dieses Zusammentreffen will noch vorbereitet werden mit einigen schönen Ideen. Daneben rücken auch die Gedanken an das Wochenbett näher: Mein Mann wird keine Elternzeit nehmen können. Dennoch werde ich auch diesmal wieder ein klassisches Wochenbett über mehrere Wochen anstreben und wir müssen hierfür noch ausreichend Unterstützung organisieren, vorkochen und die Vorratskammer auffüllen. Meine liebsten Nahrungsmittel für diese Zeit stelle ich Euch noch später vor.

Und wie geht es Euch anderen Schwangeren gerade?
Eure

Susanne_clear Kopie

  • Christina Baris

    Liebe Susanne,
    ich mag kurz zur Beckenendlage ergänzen, dass es sich hier um ein
    relatives Ausschlusskriterium handelt. Nach guter Abwägung mit Hebamme
    und Frauenarzt ist eine Geburt aus BEL sowie eine Zwillingsgeburt auch
    in der Häuslichkeit möglich. Lediglich bedarf sie das Beisein einer
    Hebamme und einem Facharzt, damit die gesetzliche Krankenkasse die
    Kosten für diese Geburt übernimmt (siehe Beiblatt 1 Ausschlusskriterien zur Anlage 3 Qualitätsvereinbarung zum Vertrag nach § 134 a SGB V zwischen dem DHV und dem GKV-Spitzenverband 11/2015).

  • Maja

    Ahhh gotchen wie spannen!!!! Ich finde das toll das du das so genau beschreibst
    LG
    Maja

  • Stina Gauß

    Liebe Susanne, ich lese deinen Blog und den Bericht über deine Schwangerschaft mit Freude. Wenn es dir noch möglich ist würde ich mich um eine genaue Beschreibung deiner Wochenbettzeit mit den anderen Kindern und Familienmitgliedern sehr freuen. Ich habe eine 14 Monate alte Tochter und wenn ich mich an die Wochenbettzeit zurück erinnere fällt mir nur eins ein:“Stress“. Leider habe ich mir die nötige Ruhe und Entspannung des Ankommens nicht gegönnt und würde dies gerne bei einem zweiten Kind „richtig“ machen.

    Liebe grüße und alles Gute liebe Susanne
    Deine Stina und klein Ida