Zwischen den Jahren – Ein Rückblick auf 2015

Die Zeit zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr ist eine besondere Zeit. Die großen Festtage liegen hinter einem, der Jahreswechsel steht bevor. Die Kinder haben Ferien und auch wir Erwachsenen sind meistens im Urlaub. Tage der Ruhe, der Einkehr. Ich erinnere mich daran, dass diese Zeit schon besonders war, als ich noch ein kleines Kind war. Meine Familie war recht abergläubisch und so gab es – wie zu allen Jahreszeiten, Festen und Anlässen – auch für die Tage zwischen den Jahren Regeln: Es hieß, man dürfe keine weiße Wäsche aufhängen und auch keine Stoffe herstellen, denn böse Geister könnten sie mitnehmen und ein Leichentuch daraus machen. Und obwohl ich selber nicht so abergläubisch bin, ist die Zeit nach Weihnachten besonders geblieben auch in meiner jetzigen Familie. Die Babydecke für Kind 3 fange ich erst im neuen Jahr an zu weben aus der schönen Wolle,die ich zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Irgendwie bleiben ja die Dinge aus der Kindheit doch ein wenig hängen…

Rauhnächte

Die Kerzen am Weihnachtsbaum sind zwar erloschen, aber auf dem Tisch brennen weiterhin Kerzen, fast den ganzen Tag. Die Rauhnächte, wie die Zeit jetzt auch genannt wird, werden vielleicht auch auf das Ausräuchern zurückgeführt. Der Kerzenschein zaubert jedenfalls eine besondere Atmosphäre in unsere Wohnung, die noch mehr Gemütlichkeit und Ruhe ausstrahlt. Es ist Zeit, um auf das Jahr zurück zu blicken, eine Bilanz zu ziehen und auch neue Pläne für das nächste Jahr zu machen.

Dieses Jahr war in vielerlei Hinsicht ein besonderes Jahr für mich. Ende 2014 ging ich noch davon aus, dass unsere Familienplanung abgeschlossen wäre. Ich fühlte mich so ganz angekommen in unserem Leben. Zu meinem 35. Geburtstag ließ ich mir dazu ein Tattoo stechen: Mein persönliches Sinnbild für meine Kinder und mich, für die Geborgenheit. 3 Monate später, an dem letzten Verhandlungstag des Verfahrens gegen unseren Stalker, stellte ich dann fest, dass ich wieder schwanger sein muss. Ein Wochenende lang machte ich diverse Tests und es stand fest: Ich erwarte unser drittes Kind! Nicht so richtig geplant, aber dennoch mit ganzem Herzen in der Familie aufgenommen.

Beruflich ging das Jahr einen recht ähnlichen Weg wie auch privat die Dinge anders kamen als geplant: Der Vertrag für mein „Geborgen wachsen“ Buch flatterte von Kösel ins Haus. Ein Buch über all das, was hinter diesem Blog steht, meine Grundgedanken zur Elternschaft. Ein Buch über bindungsorientierte Elternschaft ohne Verurteilung und Dogma wollte geschrieben werden. Ich schrieb und schrieb, obwohl das an vielen Stellen nicht so einfach war, da mein Sohn nicht in den Kindergarten ging und wir auch unsere Tochter vor Schulbeginn aus der Kinderbetreuung noch einmal heraus nahmen. So war ich mit zwei Kindern zu Hause und wollte dennoch mein Buch schreiben und musste auch weiterhin meine Kurse und Workshops und Vorträge halten. Eine Zeit, die viel Planung erforderte und nur machbar war, weil wir als Elternteam gut zusammenspielten und uns in der Betreuung abwechseln konnten. Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist auch hier manchmal recht schwer. Oft denken die Leute ja, ich wäre einfach „nur“ Hausfrau, aber tatsächlich habe ich auch mindestens einen Teilzeitjob mit meiner freiberuflichen Arbeit und diesem Blog.

Das Blog… Manchmal kann ich es kaum fassen wie viele Menschen hier lesen jeden Tag, jeden Monat. Und es werden von Woche zu Woche mehr. Im Februar 2015 waren es noch 5000 Facebook-Fans, heute sind es mehr als 11.000 Fans, die mich hier begleiten, hier lesen, kommentieren und mich so auch ein wenig an ihrem Leben teilhaben lassen. Per WhatsApp bekommen mehr als 400 Leute jeden neuen Beitrag auf das Handy geschickt. Ich bekomme unglaublich viele Mails und Nachrichten, oft auch Fragen und freue mich immer über Post, auch wenn ich mittlerweile manchmal sehr lange brauche, um sie zu beantworten, weil ich nicht immer gleich Zeit dafür finde. Die Pflege des Blogs erfordert mittlerweile Zeit und Energie, um den großen Besucherzahlen stand zu halten und es auch gut zu schützen. Deswegen freue ich mich auch, dass ich einige liebe Rückmeldungen dazu bekommen habe, dass die neue mobile Version so viel praktischer ist als die alte Version.

Und was habt Ihr dieses Jahr besonders gerne auf dem Blog gelesen? Nach wie vor führt alle Jahresrückblicke mein Artikel „Wenn Babys schreien gelassen werden – was passiert in Babys Körper?“ an, der in diesem Jahr 107.344 mal aufgerufen wurde. Auf Platz 2 findet sich einer meiner persönlichen Lieblingsartikel: „Sich auf das Baby einlassen“ – das ist im nächsten Jahr auf jeden Fall auch wieder eine Aufgabe für mich mit dem Babysohn, der wohl im März geboren wird. Auch ein – wenn auch umstrittenes – Dauerthema findet sich auf Platz 3: Warum es Babys, die nicht krabbeln wollen, nicht gibt. Auf Platz 4 sind die Ammenmärchen über das Familienbett zu finden, wozu es ja seit kurzer Zeit die zauberhafte Familienbettgalerie mit vielen Fotos aus Euren Schlafzimmern gibt. Und auch Platz 5 wendet sich wieder dem Schlafthema zu, diesmal handelt es aber über die größeren Kinder: Warum Kinder auch nach dem ersten Geburtstag noch nicht durchschlafen.

So also war das Jahr 2015 für mich beruflich und privat. Es ging ganz schön drunter und drüber. Meine Pläne für 2016 werde ich Euch am Jahresanfang berichten – da gibt es einige spannende Sachen zu berichten. Aber vielleicht wollt Ihr mir noch kurz erzählen, was in diesem Jahr für Euch besonders war und worauf Ihr zurück blickt?

Eure

Susanne_clear Kopie

  • Petra

    Es war ein turbulentes jahr. Wir sind in unser Haus gezogen, ein altes Haus, Baujahr 1938, das wir gekauft und komplett saniert haben. Der Frühling und Sommer waren die heißesten Jahreszeiten die ich, als winrerliebhaber, je erlebt habe und das als schwangere. Trotz der hitze wat es eine wunderschöne Schwangerschaft in der ich jeden tag genossen habe. Ich hatte das große Glück bis zum Schluss aktiv sein zu können, noch am tag des blasensprungs habe ich eine Radtour gemacht. Und dann war er da, an einem brütend heißen Augusttag: unser Sohn. Er ist unser erstes Kind und hat unser Leben auf den Kopf gestellt.
    Mein Mann und ich sind nicht nur ein Liebespaar, wir sind die besten Freunde. Unsere liebe ist unermesslich. Ich dachte immer mehr geht nicht.
    Und dann kam unser Sohn, das perfekteste vorstellbare Wesen. Und die liebe zu diesem winzig kleinen, großartigen Menschen hat mich überrollt. Es gibt gar keine Worte um zu beschreiben wie tief mich/uns dieser kleine Mann im innersten berührt und welche liebe wir für ihn empfinden!
    Alles hat sich durch ihn verändert, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Aber es ist gut so und es ist alles richtig! Es macht einfach so viel Sinn!

  • Liebe Susanne,
    es gefällt mir, wie du die Zeit atmosphärisch als Rauhnächte beschreibst und welche Aberglauben sie so mit sich bringen. Ich habe das Jahr über sehr gern in deinem Blog gestöbert und mochte vor allem die Artikel, die von Gelassenheit handeln und über wichtige Hintergründe aufklären, wie z. B. wieso Babys nicht schreien gelassen werden sollen. Ich danke dir für viele spannende und unterhaltsame Artikel und wünsche dir für das nächste Jahr ebenso viele inspirierende Worte, Schaffenskraft, Gelassenheit und eine tolle Zeit zu fünft.
    Falls dich mein Jahresrückblick interessiert, würde ich mich freuen, wenn du vorbeischaust auf http://www.mitvielgefuehl.wordpress.com
    Liebe Grüße
    und guten Rutsch
    Sabrina