„In den Schlaf gewiegt zu werden ist Gewohnheit“ – Gedanken zum Interview mit Annette Kast-Zahn

Schlaf

Als ich die aktuelle Ausgabe der ELTERN-Zeitschrift aufblättere, trifft es mich wie ein Schlag: Ein Interview mit Annette Kast-Zahn, Mit-Autorin des umstrittenen Buches „Jedes Kind kann schlafen lernen“. Erst kürzlich ging durch alle Socialmediakanäle der Aufruf, eine Petition zum „Verbot“ des Buches zu unterzeichnen. Gerade erst gab es eine Neuauflage dieses Buches im GU Verlag. Die Petition, die von etwa 5000 Menschen unterzeichnet wurde, hatte nichts bewirkt. Und nun bietet die ELTERN-Zeitschrift der Autorin eine Plattform, um die Neuauflage zu bewerben.

Frau Kast-Zahn bezieht Stellung zu ihren Ansätzen und dem Protest. Etwas ungehalten wirkt sie schon in dem Interview, es ist keine angenehme Ausdrucksform, die sie gewählt hat, um von ihrem Projekt zu sprechen. Was sie aber auf jeden Fall ist: Überzeugt von sich und ihrer Theorie, das „kontrollierte“ Schreienlassen wäre ein legitimes Mittel, um Kindern das Schlafen beizubringen. Auf die Frage nach der Petition und möglichen Folgen kann sie behaupten:

Nähme ein Verlag mein Buch aus dem Programm, ginge ich mit meinem Manuskript eben zum nächsten.

Recht hat sie damit wahrscheinlich, denn nur weil ein Verlag ein Buch heraus bringt, bedeutet das nicht, dass dessen Inhalt auch gut und richtig ist. Es ist ein Millionengeschäft – und das gerade, wenn es um ein so heikles Thema geht wie die Ängste und Sorgen von Eltern. Dass sie von ihrer Arbeit aber auch überzeugt ist, führt sie weiter damit aus, dass sie in all den Jahren noch nie einen negativen Leserbrief bekommen hätte:

Erstaunlicherweise habe ich – im Gegensatz zu Ihnen – in den vergangenen 18 Jahren nicht einen einzigen solchen Brief bekommen.

Das finde ich persönlich in der Tat erstaunlich. Denn auch ich kenne aus meiner Arbeit viele Eltern, die zu mir kamen mit Schlafproblemen ihrer Kinder und berichteten, dass sie das Schlafprogramm ausprobiert und abgebrochen haben, weil sie es nicht aushielten. Wenn es also solche Eltern weiterhin gibt, können Sie sich hier direkt an Frau Kast-Zahn wenden. Vielleicht gibt sie ja dann im nächsten Interview an, dass es doch den ein oder anderen negativen Brief gegeben hätte – oder sie verschließt weiterhin die Augen vor diesem Umstand. Das übrigens tut sie gerne, wenn es um Belege dafür geht, dass das Schreienlassen negative Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung hat. Hinweise darauf kommentiert sie nämlich folgendermaßen:

Da möchte ich nun aber gerne eine Studie sehen, die das belegt. das ist doch nichts anderes als eine Behauptung, eine persönliche Meinung, eine Überzeugung! Seit Jahren bitte ich die Kritiker meines Buches, mir doch einmal wissenschaftliche Quellen für ihre Unterstellungen zukommen zu lassen.

Andere Fachleute scheint Frau Kast-Zahn nämlich abzustreiten bzw. hält sie sich im Kompetenzgerangel wohl für weit überlegen, wenn sie andere Ansichten abtut mit:

Aufsätze aus der Bindungstheorie oder ein Interview mit einer Stillberaterin, die für Co-Sleeping plädiert.

An dieser Stelle möchte ich gerne sagen: Liebe Frau Kast-Zahn, ich selber bin Diplom-Pädagogin mit diversen Zusatzausbildungen. Möchten Sie mir die Kompetenz, mich zu diesem Thema zu äußern, auch absprechen? Sind alle Menschen, die ihre Kinder nicht wie Sie selbst hinter einer Tür schreien lassen (denn Frau Kast-Zahn hat ihr Schlafprogramm natürlich bei ihrer Tochter selbst ausprobiert), nicht qualifiziert sich dazu zu äußern? Und denken Sie tatsächlich, dass Ihre Qualifikation höher zu betrachten ist als beispielsweise die eines Dr. Karl Heinz Brisch, Autor zahlreicher Bücher über Bindung und Bindungsstörungen, der zu eben solchen Schlafprogrammen sagt (2010, S.99):

Wenn das Baby weint, fühlt es sich hilflos und alleine. Wenn niemand kommt, ist der Stress sehr groß, aus dem es sich allein nicht befreien kann. Es macht hierbei die Erfahrung, dass es sich in Situationen von Angst und Alleinsein nicht darauf verlassen kann, dass seine Bindungspersonen ihm Schutz und Sicherheit geben. Diese emotionale Erfahrung verinnerlicht es schon sehr früh und für den Rest seines Lebens, so dass es sich eventuell auch später in angstvollen Situationen keine Hilfe mehr holen wird. Man stelle sich einmal vor, dass man als erwachsener Patient im Krankenhaus läge, in der Nacht große Schmerzen hätte und nach der Krankenschwester klingelte, aber niemand käme. Um wieviel verlorener muss sich ein Baby in der Nacht fühlen?

An dieser Stelle möchte ich nicht noch einmal auf die Auswirkungen des Schreienlassens auf das Kind eingehen, denn das habe ich an anderer Stelle ausführlich getan. Zur besseren Verdeutlichung des Zitats von Karl Heinz Brisch möchte ich jedoch noch auf dieses Video von Nestling verweisen:

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=WwVQApexegQ%5D

 

Ich hoffe, dass Frau Kast-Zahn mit ihrer Meinung „Ich bin überzeugt, dass es weinenden Babys nicht schadet, kurz allein zu sein“ mehr und mehr allein dasteht und Eltern verstehen, dass Schreienlassen keine gute Idee ist, um Kindern Selbständigkeit anzuerziehen. Und dass sich zudem das Verständnis dafür durchsetzt, dass das nächtliche Aufwachen des Babys normal ist und  Frau Kast-Zahns Aussage „Wenn ein Baby auch im zweiten Lebenshalbjahr noch mindestens zweimal pro nacht wach wird und irgendwas von den Eltern braucht, hat es nach Definition der Schlafforschung eine Schlafstörung.“ bald der Vergangenheit angehört.

Nachtrag vom 17.01.2014 11:19 Uhr:
Ich habe nun von verschiedenen Stellen noch einmal den Hinweis bekommen, dass in dem Artikel auch folgendes Statement der ELTERN zu finden ist:

Wir von der ELTERN-Redaktion haben unsere Meinung zu Schlaflernprogrammen in den vergangenen Jahren geändert: Wir haben sie früher durchaus als Rettungsanker für übermüdete Eltern empfohlen, heute raten wir, einen Kompromiss zwischen Schlafbedürfnissen aller Familienmitglieder zu finden – ohne dem Babys den Stress eines Schlaflernprogramms zuzumuten.

Ja, das ist richtig. Doch dieser Artikel hier beschäftigt sich mit einer kritischen Auseinandersetzung mit den Antworten von Frau Kast-Zahn. Zudem ist trotz dieser Anmerkung nicht klar, warum überhaupt Frau Kast-Zahn einen solchen Raum für ihre Ausführungen erhält. Wäre nicht ein kritischer Artikel dazu sinnvoller gewesen? Oder ein Interview zusätzlich mit einem Autor wie dem oben genannten Karl Heinz Brisch, der die Angaben von Frau Kast-Zahn relativieren bzw. sogar umwerfen kann?

 

 

  • Juana Saam

    Wow !! Also ich habe das Buch nicht gelesen hatte aber auch bei meinen drei Kindern nie das Problem das sie geweint haben ( alle drei mittlerweile 12 J., 9J. und 7 Monate alt schlafen seit sie nach dem Krankenhaus heim kamen 8-12 Stunden durch ) … ich lese auch aus Prinzip kein Bücher wie man Kinder richtig erzieht zum schlafen bekommt usw. man macht sich nur verrückt und hört nicht mehr auf sein eigenes Gefühl … ich habe mir gerne alles von Freunden und Familie angehört aber immer selber entschieden was ich mache oder ausprobiere dazu hat nie gehört meine Kinder schreien zu lassen aber ich bin auch nicht beim ersten pieps los gesprungen.

  • perlenmama

    Oh Gott…das bricht mir echt das Herz…
    Theorien und verschiedene Erziehungsstile hin- oder her…sowas gehört doch verboten. Klar kann man nicht immer verhindern, dass überforderte oder unvorsichtige Eltern ihr Kind mal schreien lassen, aber Eltern davon zu überzeugen, dass das der richtige Weg ist, sie so zu verunsichern? Geht gar nicht. Nein. Da wird mir übel!

    • Andrea Heiler

      Hast du das Buch gelesen?

  • Janina

    Danke für diesen Artikel – ich hoffe, du erreichst möglichst viele mit deiner Botschaft, werde auch mal auf meinen Kanälen teilen 🙂 Ich weiß nicht was mich mehr schockiert, daß die ELTERN das druckt (dachte die stehen für liberale Erziehung) oder daß diese Frau tatsächlich so ignorant und kleingeistig ist… heftig! Aber was erwartet man von einem Menschen, der den Willen von hilflosen kleinen Wesen systematisch bricht UND das noch als supertoll verkauft…

  • Kathrin

    Danke für den Artikel! Ich habe das Interview heute gelesen und konnte es ebenfalls nicht fassen, dass Frau K.Z. solch eine grandiose Chance erhielt, den Shitstorm der vergangenen Wochen zu relativieren. Ich hätte mir eine Gegenüberstellung oder eine klarere Stellungnahme der ELTERN gewünscht. Schade!

  • Kat Harina

    Ich finde, Nora Imlau hat das Interview gut geführt, auf eine Art und Weise, dass sich Frau Kast-Zahn in den Augen ganz vieler Menschen selber ins Abseits manöveriert hat.
    Deshalb von mir ein „Daumen hoch“ für Nora Imlau und ihr Interview!

    • lilysu

      Ja, Frau Kast-Zahn kommt unsympathisch rüber. Aber es gibt keine Gegendarstellung, nichts! Und der letzte Satz, der abgedruckt wurde, lautet: „Nach aktuellem Forschungsstand aber ist ein Schlaflernprogramm, wie ich es in meinem Buch beschreibe, dafür der beste Weg.“

      Aber Nora Imlau hat ja auch gerade bei GU veröffentlicht. Ich finde das schwierig.

      • N.

        Es gibt keine Gegendarstellung, nichts? Hmm, wenn du da nicht was überlesen hast:

        „Wir von der Eltern haben
        unsere Meinung zu Schlaflernprogrammen in den vergangenen Jahren
        geändert: Wir haben sie früher durchaus als Rettungsanker für übermüdete
        Eltern empfohlen, heute raten wir, einen Kompromiss zwischen den
        Schlafbedürfnissen aller Familienmitglieder
        zu finden – ohne dem Baby den Stress eines Schlaflernprogramms
        zuzumuten.“

        • Nicky

          Ja, aber wie lilysu schon sagt. Der letzte Satz ist pro-Schlaflernprogramme. Und der Schlusssatzt ist der, der am meisten im Gedächtnis hängen bleibt. Einfache Psychologie… Da hat die Eltern leider die Chance verschenkt mit einem abschließenden Satz das Ganze positiv enden zu lassen.

        • lilysu

          Ich meinte mit „Gegendarstellung“ ein wissenschaftliches Gegenüber. Also fachkundige Argumente dagegen. Wie wäre ein Streitgespräch zwischen Kast-Zahn und Brisch oder einem anderen Schlafprogramm-Gegner gewesen?

      • Kat Harina

        Es gibt Indizenbeweise, aber es gibt keine einzige Forschungsarbeit die klar und direkt beweist, dass solche Programme tatsächlich schaden. Aus dem ganz einfachen Grund, dass eine solche Arbeit unethisch ist! Man müsste dazu unter Laborbedingungen X Säuglinge dem Programm aussetzen und unter exakt identischen Bedingungen X Säuglinge dem Programm nicht aussetzen und danach messen, wo die Unterschiede zwischen den Vergleichsgruppen sind.
        So ein Experiment ist nicht möglich. Und das weiss Frau Kast-Zahn ganz genau.
        Einen wissenschaftlichen Beweis für die Schädlichkeit von Schlaflernprogrammen gibt es deshalb so wenig, wie es einen wissenschaftlichen beweis für die Schädlichkeit des Zigarrettenrauchens gibt.

    • christine

      Nora Imlau hat kein Interview geführt. Sie hat nur scharf geschossen.
      In einem Interview sollte man sich etwas neutraler verhalten!!!
      Schlecht und AGESSIEV geschrieben! von mir Daumen runter für Nora Imlau

  • liuse

    Danke — Sehr gut geschrieben! 🙂

  • karin

    hej,
    Ich war etwas überrascht das nesling und sie die Eltern lesen… (sowas altbackenes ;)) Ich bin absoluter Fan von NIDO. Vielleicht auch was für Sie?

    grüße
    karin

    • lilysu

      Na irgendwie ist es ja Pflichtlektüre, wenn man ein Elternblog hat. Man muss ja wissen, was die anderen lesen. Aber jetzt habe ich mich in der letzten Zeit so oft aufgeregt, dass ich diese Zeitschrift wohl lieber weglasse.

    • Sören

      In der aktuellen Nido ist ebenfalls ein Interview mit der Dame, zusammen mit ihrer Tochter. Dazu eins mit Jan-Uwe Rogge und (Zieh-)sohn und mit Ingeborg Stadelmann samt Sohn. Und bis auf Stadelmann muß man sagen: Bestseller von Erziehungsratgebern kommen sehr häufig sehr unsympathisch rüber, das fällt mir nicht zum ersten Mal auf (Ausnahmen: Remo Largo und Jesper Juuls. Vielleicht kann man also tatsächlich von den Personen auf die Bücher schließen?).

    • Sonja

      Tja, dann schau mal in die neueste NIDO. Auch hier ein Interview mit Frau Kast-Zahn. Zu einem anderen Thema…. aber dennoch wieder eine Plattform bekommen. Bin entsetzt.

      • Karin Köylü

        oh ja, ich habe es auch entdeckt und war enttäuscht.. bleibe aber trotzdem dabei das ich die nido sehr mag 😉

        • guteFee

          Nido ist doch dasselbe in grün, nur bissl hipper und auch Prenzlbergeltern zugeschnitten.

  • Enn

    DANKE für diesen Artikel!!!! Ich wollte auf der Eltern-Facebook-Seite mein Entsetzen kundtun, aber konnte vor lauter Schock nicht die passenden Worte finden.
    Auch wenn Frau Imlau in dem Interview versucht, sich gegen das Buch zu positionieren, bleibt meiner Meinung nach für jemanden, der sich nur grob damit beschäftigt oder leicht zu Pro-Ferber tendieren könnte, am Ende doch nur hängen: „Auch wenn noch so viele dagegen sind und drauf schimpfen, Schlaflernprogramme sind gar nicht so schlimm wie immer behauptet wird, hat ja keiner bewiesen!“ Und das darf doch verdammt nochmal nicht die Botschaft sein!!!! 🙁 (ich kriege schon wieder so’nen Hals!)
    Und daß Frau Kast-Zahn mehrfach nach wissenschaftlichen Beweisen verlangt und „das ist nur eine Meinung“ rausposaunt, aber mit „Ich bin überzeugt, daß….“ argumentiert…. kein Kommentar!
    Und dieses depperte „Früher war das auch so! Uns hat das auch nicht geschadet!“-Gequatsche…. „früher“ gab’s auch kein fließendes Wasser und keinen Strom. Wenn es also offensichtlich nicht angesagt ist, fortschrittliches Denken und neues Wissen und neue Erkenntnisse auch zu nutzen, kehrt Frau K.-Z. sicher mit Freuden zu Plumpsklo und Kerzenschein zurück und holt sich ihr Wasser am Dorfbrunnen! ^^
    Einfach un-faß-bar das alles…. :-/

    • guteFee

      Ja, so empfinde ich auch, diese Diskussion dürfte es überhaupt nicht geben!!!Wir diskutieren ja auch auch nicht darüber ob es legitim ist Tiere zu quälen oder das Trinkwasser zu vergiften, weil es hier klar ersichtlich ist, dass es verwerflich ist. Aber einen hilflosen Säugling seiner Panik zu überlassen soll diskussionswürdig sein?

  • Summ09

    Babies und Kinder ins Elternbett!!!!

  • Dani

    Toller Artikel!
    Wollte nur eben zur Kritik an ELTERN sagen, dass am Ende des Interviews eine Klare Aussage der Redaktion steht, in der sie von Schlafprogrammen Abstand nehmen und auch Nora Imlau hat bei FB erklärt, warum es das Interview gab: in der Vergangenheit gab es einige Interviews mit anderen Autoren etc, die gegen Schlafprogramme sind und ELTERN wollte Frau K.-Z. mit den Gegenargumenten konfrontieren.

    • Rehauge

      leider haben sie aber dieser person eine plattform geboten um ihre perversen ideologin noch bekannter zu machen . was ist mit den vielen junge eltern die sich diese zeitschrift mit gutem gewissen kaufen ….

      • cal

        viele junge Eltern können hoffentlich besser den Inhalt verstehen als viele andere hier. Wenn man das aufmerksam liest, dann sieht man doch, wie sich die ZK widerspricht. Und wie absurd sie sich macht, wenn sie sagt, das Kind hat alles was es braucht, Windel, vollen Magen, und genug Nähe den Tag über…

    • Louisa

      Ich sehe keinen Grund warum man jedem eine Plattform bieten muss. Als nächstes dürfen dann die Eltern der Zwölf Stämme erklären, warum man Kinder züchtigen sollte. Damit mal jeder seine Argumente dar gebracht hat.
      Für mich ist das ne Werbekooperation. Buch ist neu erschienen, Interview wird geführt. So ein Zufall!

      • guteFee

        Genauso ist es. Und die ELTERN war nie eine gute, seriöse zeitschrift!

    • lilysu

      Dann hatte wohl ganz zufällig die Zeitschrift NIDO eine ähnliche Idee, die auch beim selben Verlag angesiedelt ist? Nein, es erscheint eher wie eine PR-Kampagne. Auch, wenn sich die Redaktion selbst davon entfernt, haben sie eine Plattform angeboten, wie auch die Zeitschrift NIDO.
      Es ist eine groß angelegte PR-Kampagne gegen die Petition, das Buch vom Markt zu nehmen und für die Bewerbung der gerade erschienenen Neuauflage.

  • yulemi

    Jetzt auf YouTube ansehen: Babys können nicht verwöhnt werden – https://www.youtube.com/watch?v=wXjpUTIKaXs&feature=youtube_gdata_player

  • Mama notes

    „Eltern“, Frau Kast-Zahns Buchverlag und „Nido“ kommen alle von Gruner + Jahr. Logisch machen die Cross-Marketing, die Redaktion der Zeitschrift denkt da ggf. ganz anders drüber. Aber das nutzt ja nicht viel.
    Ich finde so einen unreflektiertes Interview ebenso bedenklich, denn ich persönlich kenne fast nur Eltern, die nach der Schreien-Lassen-Methode ab ca 6/8 Monate gehandelt haben! Dabei schlafen deren Kinder heute (mit 2 und 4) noch genauso gut oder schlecht, wie meine… Dieses Schreien-lassen ist einfach noch viel zu verankert in den Vorstellungen.

    • guteFee

      Ja, das ist Nazidenken und das hockt leider immer noch, oder auch wieder in viel zu vielen Köpfen. Das Schlimme ist, dass wir sie gewähren lassen!

    • Gast

      Die beiden Zeitschriften gehören zu
      Gruner und Jahr. Gruner und Jahr gehört zu 100% zu Bertelsmann. Frau
      Kast-Zahns Buchverlag, der GU-Verlag ist NICHT Gruner und Jahr
      sonder Gräfe und Unzer. Gräfe und Unzer gehört zur
      Ganske-Verlagsgruppe. Inwieweit Ganske und Bertelsmann zusammen
      arbeiten, das kann ich nicht sagen. So viel Klugscheißerei muss
      schon sein.

  • jada

    das nido interview finde icb besonders ‚gut‘. da erklaert die tochter naemlich, dass das schlaflern programm ihr nicht geschadet hat. hat ja auch keinem geschadet frueher, einen klaps abzukriegen. oder wie soll ich das verstehen?

  • Mi

    Vielen Dank für den Artikel. Denn auch mir hat das Interview üble Magenschmerzen bereitet. Auch wenn es diesen kleinen Nachtrag von Eltern gibt, fehlt mir hier eine klare Gegenüberstellung. Schön, dass es nicht nur mir bei der Lektüre so ergangen ist.

  • kati

    Erstaunlicherweise habe ich – im Gegensatz zu Ihnen – in den vergangenen 18 Jahren nicht einen einzigen solchen Brief bekommen.

    Briefe nicht, aber Emails!!!

  • Maria

    Solange Eltern angefeindet werden, die ihre Kinder schreien lassen, wird es immer zwei Lager geben: Die PRO Schreien lassen und die Gegner davon.
    Wir sollten versuchen, zu verstehen, wie Mütter dahin kommen, ihr Herz so zu überhören. Wir sollten herausfinden, was passiert sein muss, damit eine Frau es schafft, ein so tief angeborenes Verhalten wie die Fürsorge krampfhaft zu bekämpfen. Denn das ist mindestens so tragisch wie die Tatsache, dass ein kleines Menschenkind sein Vertrauen in die Welt verliert.

    • verena

      Danke, dass das mal jemand sagt!
      Mir wurde damals von meinen Krankengymnasten zu diesem Buch geraten, weil ich am absoluten Ende meiner Kräfte war. Ich hatte keine Omi oder Freundin, die mit den Kleinen mal abnehmen konnte. Mein Mann im 60std job. Der Kleine ziemlich lebhaft. Ich war damals ein Schatten meiner selbst.
      Ich hab genauso geweint wie mein Kleiner als ich das Buch in einer abgeschwächten Form umgesetzt habe. Nach 3 Tagen war alles gut. Der Kleine ist ausgeglichen und fröhlich. Von Traumatisierung keine Spur. Endlich kriegt er den Schlaf den er braucht.
      Für mich war dieses Buch die Rettung und ich bin es leid mich dafür rechtfertigen zu müssen.

      Jedes Kind ist anders und jede Familienkonstellation. Jeder muss das Programm finden, daß zu einem passt und nicht über andere richten, solange jeder versucht das Beste für sein Kind zu geben. In meinem Fall war eine Mutter die nach 6 Monaten endlich wieder schlafen durfte das Beste für mein Kind!

      • M.F,

        Verena,niemand will über andere Leute richten, es gibt, das wissen wir alle, Situationen, da ist man total am Ende und versucht ALLES. Trotzdem finde ich die Haltung „Jeder muss das Programm finden, daß zu einem passt und nicht über
        andere richten, solange jeder versucht das Beste für sein Kind zu geben.“ gefährlich (!), obwohl sie so tolerant klingt und man sie oft bei überzeugten Fans des Programms (wozu ich Sie jetzt nicht rechne) findet. Denn: Ich kann auch subjektiv das Beste für mein Kind geben wollen – und ihm trotzdem objektiv sehr schaden. Zu meiner Kindheit (bin schon älter) war es üblich, Kinder mit Gewalt dazu zu zwingen, etwas Bestimmtes zu essen, das sie nicht mochten, Klassenkameraden von mir wurden mit dem Gürtel geschlagen, weil sie eine 5 in Englisch nach Hause brachten – damit sie „besser lernen“. Mütter, die das fragliche Programm heute anwenden, erläutern im Internet, das müsse man, 1. damit die Babys später keine Tyrannen werden, und 2. berufstätige Eltern bräuchten nun mal ihren Schlaf … Niemand von den fraglichen Eltern wird sagen, man wolle nicht das Beste fürs Baby/Kind. Mit diesem Argument und dieser erklärten Motivation kann man eine Menge rechtfertigen. Das ist das Problem.

        • guteFee

          Diese Haltung: jeder muss machen was er für richtig hält und was ihm frommt ist doch nichts als Gleichgültigkeit und Faulheit, eine Haltung die in unserer Gesellschaft immer mehr um sich greift. Dadurch verwehren wir jedoch den Kindern den Schutz der Gemeinschaft, sie sind ihren Eltern die solche fatalen „Erziehungsratgeber“ gutgläubig ausprobieren und ihren hilflosen Kindern damit immensen Schaden zufügen hilflos ausgeliefert. Unsere Gesellschaft produziert dadurch Massen von psychisch gestörten Menschen, die im späteren Leben ohne Drogen oder Therapie nicht klarkommen.
          Diese Haltung, die eng verbunden ist mit der Naziideologie (was sie nicht umbringt, macht sie stark, „Verweichlichung“ und „Affenliebe“ macht Kinder zu Tyrannen) sollte doch wirklich endlich auf dem Müllhaufen der Geschichte landen, wo sie hingehört.
          Kinder brauchen Nähe, Wärme, bedingungslose Liebe und wer das nicht bereit ist zu geben sollte sich das mit der Elternschaft lieber noch einmal überlegen.
          @Verena: Hast du schon mal überlegt, was die Ursache war, dass dein Kind nicht schlafen konnte? vielleicht lag es allein in seinem Zimmer, in einem kalten Bett und sollte ohne seine Mama schlafen, von heute auf morgen den Wechsel vom Inneren eines Mutterbauches zu einem großen, kalten, einsamen Bett verkraften?

      • Andrea Matenia

        Verena, ich kann dir nachempfinden, jeder muss für sich selber entscheiden. Ich war auch alleine mit einem sogenannten Schreibaby und dieses Buch ist auf alle Fälle besser, als das man in einem Anflug von Nervenzusammenbruch, seinem Kind etwas antut. Dafür ist es denke ich auch gedacht gewesen. Jedoch nicht als Standardwerk. Ich kann die Kilometer und Stunden nicht zählen , welche ich mit meiner Tochter im Arm durch die Wohnung lief, sie schlief keine Stunde durch bis sie mit 10 Monaten selbständig laufen konnte. Auch so einige Tränen sind da gelaufen und wie du schon schreibst, sehr viel anstrengender wenn niemand da ist, der dir das Kind mal abnehmen kann. Ich kann dir auch kein Rezept geben,wie ich das durchgehalten habe. In mir waren immer nur 3 Gedanken…., ich kann dieses kleine Wesen in seinem Schmerz, Angst oder Sehnen nach Geborgenheit nicht alleine lassen sich nicht einfach selbst überlassen !!! Es ist von mir völlig abhängig ! Es vertraut mir ! Ich hab dich doch lieb, mein Kleines ! Die Zeiten werden sich ändern, denn du wirst grösser mein Kleines…
        Heute habe ich so ein fröhliches, selbstbewusstes , immer neugieriges und bis jetzt mir völlig vertrauendes kleines Mädel an meiner Seite . Sie fragt wirklich „ALLES“ 😉 und sie erzählt mir „ALLES“ ….

        Ja,..und wenn ich im Nachtdienst bin, gibt es heute eine Babysitterin, wo es für mich Grundvoraussetzung ist, das sie sich mit der Kleinen schlafen legt, bis sie wirklich schläft….

  • Kirsten

    I hate this approach… It is cruel punishment to babies and children!!!! What an awful woman to write a book like this!

    Ich hasse diesen Ansatz … Es ist grausame Strafe für Babys und Kinder!! Was für eine schreckliche Frau, die ein Buch wie dieses zu schreiben!

  • Anna

    Unfassbar!! Nie wieder „Eltern“ kaufen/abonnieren/weiterempfehlen! Ab heute von dieser Zeitschrift als kinderschädigende Ausgabe nur abraten !

    Danke für diesen Artikel und für den Einsatz PRO glückliche Kinder!

  • Theresa

    In der Vergangenheit gab es doch auch in ELTERN Interviews mit Gegnern von Schlafprogrammen. Die Autorin, Nora Imlau, hat erklärt, wieso es dieses Interview überhaupt gab und hat sich klar genug ausgedrückt, als sie sagte „Wir von der ELTERN-Redaktion haben unsere Meinung zu Schlaflernprogrammen in den vergangenen Jahren geändert: Wir haben sie früher durchaus als Rettungsanker für übermüdete Eltern empfohlen, heute raten wir, einen Kompromiss zwischen den Schlafbedürfnissen aller Familienmitglieder zu finden – ohne dem Baby den Stress eines Schlaflernprogramms zuzumuten.“
    Wer möchte denn eine Zeitschrift lesen, in der immer nur eine Seite zum Zug kommt, bzw. nach Meinung gefragt wird? Das hat dann auch nichts mehr mit Meinungsfreiheit zutun. Ich persönlich lese lieber beide Seiten, bilde mir dann meine eigene Meinung, aber verurteile doch das Angebot einer Zeitschrift nicht, nur weil die Aussagen Dritter (Interviewpartner, deren Meinung nicht zwangsläufig und automatisch die Meinung der Redaktion widerspiegelt) nicht meiner eigenen Meinung entsprechen. Und wenn ich möchte, dass meine Meinung akzeptiert wird, dann sollte ich auch die Meinungen anderer akzeptieren, alles andere wäre intolerant.
    Jeder, der Ahnung vom Redaktionsalltag hat, weiß wie weit im Voraus die Themen ausgesucht werden und die Interviews geführt werden. Da müsste man sich erstmal informieren, ob dieses Interview überhaupt etwas mit der Veröffentlichung von Frau Kast-Zahns neuem Buch zutun hat. Ich jedenfalls finde das eine sehr gewagte These…

    • guteFee

      Wie kann es hier überhaupt zwei Seiten geben?
      Kann es z.B. zwei Seiten geben zum Thema : soll man alte Menschen menschenwürdig behandeln?
      Natürlich nicht, da es selbstverständlich ist, alte Menschen menschenwürdig zu behandeln. Genauso selbstverständlich sollte es selbstverständlich sein, Säuglinge und Kleinkinder menschenwürdig zu behandlen und nicht sadistisch zu quälen, denn nichts anderes als sadistische Quälerei ist dieses sogenannte „Schlaflernprogramm“.

  • M. F.

    Natürlich ist ein Interview auch Werbung und kann den Absatz fördern (was ich persönlich nicht wünsche), trotzdem schafft es viel Öffentlichkeit und sensibilisiert vielleicht die ein oder andere Mutter / den ein oder anderen Vater fürs Thema. Konsequent wäre es aber sicherlich, ein Interview mit einem anders (als Frau Kast-Zahn) denkenden Menschen nachzuschieben, im Sinne der Ausgewogenheit. Dies sollte man als Wunsch an die Redaktion herantragen, verbunden mit einem Dank, dass sie das Thema behandelt.
    P.S. Ich befürchte, die Autorin ist nicht lernfähig, warum sollte sie auch, wo ihr das Buch doch gutes Geld einbringt.

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  • Andrea Matenia

    Die Natur zeigt es uns….,welche Tiermutter eilt nicht zu ihrem schreienden, rufenden Jungtier ??? Meine Kinder schliefen und das Jüngste ( 5J.) schläft immer noch in meine Bett…,es hat nicht geschadet, im Gegenteil ! Irgendwann schlafen sie freiwillig im eigenen Bett und das ohne Probleme. Ein riesiger Blödsinn, ein Kind in Angst und Panik schreien lassen, allein zu lassen !!! Sicher schläft es irgendwann…Grund ist , das Gehirn schaltet auf Blackout, um den Körper und die Organe zu schützen.. Wissenschaftlich erwiesen. Von wegen, jetzt hat es sich in den Schlaf geweint, Uebung hat sich bestätigt, NEIN, das Gehirn hat einfach auf Stand by geschaltet…nicht mehr und nicht weniger… Krass, einen kleinen Körper als Eltern so einem Stress auszusetzen…

    PS. das video ist zwar länger, jedoch in ruhe mal ansehen, es lohnt sich…

  • Rabenmutter

    Mich würde interessieren, wie viele derer, die das Buch so anfeinden, es denn tatsächlich gelesen haben? Denn das wäre wirklich empfehlenswert, bevor man sich strikt dagegen ausspricht….Wir sollten alle mündige Menschen sein und selbst entscheiden können, da braucht es kein Bücherverbot….wo leben wir denn?Ist einem Kind damit geholfen, wenn es stundenlang nachts wach ist und tags müde und unausgeglichen ist? Meine Tochter hat bis sie 10 Monate alt war, jede Nacht 3 bis 4 Fläschchen verlangt, um wieder einzuschlafen. Aussage der Hebamme war: Dann braucht sie es eben. Tags hat sie kaum etwas essen wollen…Nachdem ich das Buch gelesen hatte, hat es keine Woche gedauert, bis sie durchschlafen konnte…und viel Geschrei gab es auch nicht. Schlimm finde ich nur, dass man sich dafür rechtfertigen muss.

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  • guteFee

    Man braucht das Buch nicht zu lesen um zu wissen, dass es Müll ist! Wenn ich höre, dass hier vorgeschlagen wird, als „Schlaflernprogramm (was für ein idiotisches Wort, niemand muss das Schlafen lernen es ist angeboren, wenn ein Kind nicht schlafen kann, gibt es Ursachen, genau wie bei einem Erwachsenen) ein hilfloses Kind schreien zu lassen, weiß ich genug!!!

  • guteFee

    In den Schlaf gewiegt zu werden ist nicht Gewohnheit, sondern ein Grundbedürfnis des Säuglings. Wer seinem Kind das verweigert handelt grausam und dumm.