Durch die Winterzeit – Antwort auf ein Weihnachtsstöckchen

Weihnachten_1981

@dasnuf mit ihrem wunderbaren Blog „Das Nuf Advanced“ hat mir ein Stöckchen mit Fragen u.a. zur Weihnachtszeit gegeben, die ich nun hier beantworte.

1. Was machst du / ihr bei Schnee?

In den Schnee gehen. Gerne mit Schlitten und warm angezogen, so dass es auch für alle bei längerem Aufenthalt angenehm ist. In diesem Winter wird der Sohn zum ersten Mal Schlitten fahren und wir überlegen momentan, welches Schlittenmodell wohl gut ist für zwei Kinder. Gegenüber sitzen oder hintereinander? Mit Schiebestange oder klassisch zum Ziehen?
Und wenn es doch zu kalt oder windig ist, dann bleiben wir Drinnen und basteln, spielen und backen. Die Tochter fand es im letzten Jahr auch ganz großartig, wenn ich ihr Schnee vom Balkon geholt habe und ins Waschbecken gelegt habe. Dort wurde er dann hin- und her geschüttet. Mal gab es dazu Farbe, um ihn einzufärben, mal Seife, um ihn schäumen zu lassen. Mal wurde auch Salz dazu gegeben und und und. So ist die Sache mit dem Schnee auch eine Freude und man hat es trotzdem schön warm zu Hause.

2. Was gibt es Weihnachten bei euch zu essen?

Wir essen nicht viel Fleisch, aber Weihnachten gibt es bei uns traditionell Ente. Die Ente bekommen wir von einem Bauernhof, auf dem wir auch unseren Urlaub oft verbringen. Sie ist uns also persönlich bekannt. Dabei ist es uns wichtig, dass wir den Kindern auch klar machen, dass es ein Lebewesen zu essen gibt. Wir möchten den Kindern die Entscheidung überlassen, ob sie Fleisch essen oder nicht und sie deswegen genau darüber aufklären. Dass die Tochter das versteht, ist uns schon klar seit dem zweiten Weihnachtsfest mit ihr, wo sie auf die Ente im Backofen zeigte und sagte „Ente aua“ – was sie aber nicht davon abhielt, sie zu essen. Zur Ente gibt es viel geschmortes Gemüse und als Nachtisch klassischerweise Bratapfel mit Vanilleeis. Highlight am ersten Weihnachtsfeiertag sind dann noch die selbstgemachten Klöße meines Vaters. Vergessen werden dürfen natürlich auch nicht die ganzen Süßigkeiten: Unser Weihnachtsbaum wird mit Lebkuchenfiguren, Äpfeln und Spitztüten behangen und nach und nach wird alles abgenascht.

3. Was macht ihr mit nicht so tollen Geschenken?

Das kommt darauf an, warum sie nicht toll sind: Dinge, die eigentlich toll sind, aber die Kinder aus dem Alter raus sind, werden aufgehoben zum Weiterverschenken. Dinge, die nicht zu uns passen (zum Beispiel lautes, blinkendes Krimskrams), werden verkauft oder gespendet. Und die allerhässlichsten Sachen werden für das Schrottwichteln im nächsten Jahr aufgehoben.

4. Was versuchst du besser als deine Eltern zu machen?

Ich mache viele Dinge sehr anders als meine Eltern – in meinem ganzen Leben aber besonders auch im Zusammensein mit meinen Kindern. Zu Weihnachten gibt es ähnliche Abläufe, aber mir ist der Zauber des Weihnachtsfestes ganz besonders wichtig und auch die Bedacht und Ruhe bei der Bescherung.
Und: Also niemals, niemals würde ich einen Weihnachtsmann mit einer Plastikmaske kommen lassen. Dass ich davon heute keine Albträume mehr habe, ist eigentlich ein Wunder.

5. Schaffst du Weihnachten ohne Blog, Twitter und Co klarzukommen?

Natürlich schaffe ich das, aber ich möchte es nicht. Warum auch? Ich finde es gut, andere Menschen an meinem Leben teilhaben zu lassen. Dieses Blog beschreibt zu einem großen Teil auch mein persönliches Leben und ich finde, dass heute solch persönliche Blogs gerade für Eltern sehr wichtig sind. In Zeiten der Vereinzelung, in denen man nicht mehr im Clan zusammen lebt, in denen man sich nicht beständig mit vielen Menschen direkt austauscht, bietet das Internet die Möglichkeit, Clanleben in gewisser Weise nachzubilden. Man kann sehen, wie andere Menschen Feste begehen, kann sich dazu austauschen, Anregungen sammeln, eigenes in Frage stellen. Weihnachten ist ein Teil dessen, was ich teilen möchte.

6. Gibt es technisches Spielzeug für den Nachwuchs?

Das hängt von der Definition von Technik ab.

7. Worauf freust du dich 2014?

Auf Geburtstage, auf Feste. Darauf, meine Kinder weiter begleiten zu können und von ihnen zu lernen und bei ihnen zu sein. Ich freue mich auf nasse, schlabbrige Kinderküsse und Umarmungen. Ich freue mich auf Kuscheln im Familienbett. Ich freue mich auf neue Wörter des Sohns und neue und alte Fähigkeiten der Tochter. Ich freue mich auf schöne Momente mit meinem Mann und viel Lachen und Spaß. Ich freue mich auf meine Arbeit und die Projekte, die 2014 anstehen. Auf die Jahrestagung der GfG in Dresden und auf den Attachment-Parenting-Kongress, auf dem ich einen Workshop halte. Ich freue mich einfach auf ein neues Jahr Leben.

8. Was bewegt dich derzeit am meisten?

Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Frage danach, ob man beim Wunsch nach einem dritten Kind nach dem Herzen geht oder doch strukturelle Bedingungen einbeziehen muss.

9. Worauf kannst du gerne verzichten?

Auf Menschen, die Patentrezepte vorschlagen. Ich selber bin ja durchaus für langes Stillen, Tragen, Familienbetten, Windelfrei usw. Aber es gibt auch immer Gründe, warum andere das nicht machen oder nur teilweise. Es gibt nicht die eine Lösung für alle. Und so wie ich andere anerkenne und wertschätze, die Dinge anders machen, wünsche ich mir das auch von denen. Und wer das nicht macht, auf den kann ich gut verzichten.

10. Welches Buch sollte ich 2014 unbedingt gelesen haben?

Mal sehen, was ich im nächsten Jahr schreibe…

Wer nun gerne auch diese Fragen beantworten möchte, fühlt sich bitte hiermit dazu aufgefordert.

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