10 Träume die ich als Mutter aufgegeben habe – und 10 neue Träume in meinem Leben

30dinge

Kürzlich saß ich mit meinem Mann am Tisch und dachte darüber nach, wohin mich mein Leben geführt hat und wohin es wohl noch gehen mag. Und ich dachte an eine Liste, die ich während meiner Studienzeit einmal mit Freundinnen machte: 30 Dinge, die wir vor dem 30. Geburtstag tun wollten. Vieles davon habe ich im Laufe der Jahre abhaken können: Piercings, Tätowierung, heiraten, Kind bekommen, Buch schreiben. Nun werde ich nächstes Jahr 34. Zeit, um mal zu überschlagen, was so gemacht wurde und was nicht. Und dabei ist mir aufgefallen, dass es ein paar Dinge gibt, die ich in diesem Leben nicht mehr tun kann oder werde. Es ist Zeit, mich von diesen Dingen zu verabschieden, die ich irgendwann mal tun wollte:

  1. Rockstar sein.
  2. Medizin studieren.
  3. Kunst studieren.
  4. Dreadlocks haben.
  5. Weitere Piercings machen, z.B. Brustwarze.
  6. Eine Woche allein im Kloster verbringen.
  7. Bungee-Jumping.
  8. Eine Handtasche besitzen, die so viel kostet, wie ich im Monat verdiene.
  9. Einen alten VW-Käfer fahren.
  10. Shopping in New York.

Und während es diese Dinge gibt, die ich aus meiner To-Do-Liste gestrichen habe, gibt es nun jenseits der 30 neue Dinge, die ich machen möchte, an die ich früher nie gedacht habe:

  1. Reiten lernen, um mit meiner Tochter irgendwann einmal gemeinsam auf einem Pferd durch den Wald zu reiten.
  2. Mit meiner Familie einen Urlaub machen an einem Ort, wo es feinen weißen Sand gibt und türkisfarbenes Wasser.
  3. Stricken, Nähen, Häkeln lernen.
  4. Mein Buch im Buchladen sehen.
  5. Ein Enkelkind im Arm halten.
  6. Mit meinem Mann noch einmal auf Hochzeitsreise gehen.
  7. In Würde sterben.
  8. Mit der Familie mit einem Bus durch Schweden fahren.
  9. Momente leben und ganz da sein.
  10. Bis ans Ende immer wieder neu verliebt sein in meinen Mann.

Man muss nicht studiert haben, um zu sehen, wie sich meine Prioritäten verlagert haben. Handtaschen, Brustwarzenpiercings, Einkaufstouren wurden ersetzt durch Gefühl, Nähe, Gemeinschaft. Etwas kitschig, aber so ist es manchmal. Schließlich bringt dieses Mama-Dasein ja auch eine ganze Ladung an Hormonen mit sich. Und mit Stillkind, Tragekind und Familienbett dürfte das Bindungshormon Oxytocin nicht zu wenig in meinem Körper herumsausen.

Es gibt Tage, an denen bin ich ein bisschen traurig, dass die ersten 30 Jahre so schnell vergangen sind. Und dann bin ich auch wieder ein bisschen froh, denn zurücktauschen würde ich jetzt auch nicht wollen. Noch einmal 25 sein? Ach, nein danke. Dann lieber mit 33 die ersten grauen Haare überfärben und Klopfmassage um die Augen herum gegen Krähenfüße betreiben.

Und wie ist es bei Euch? Was sind Eure 10 Punkte, die ihr aufgegeben oder hinzugefügt habt?

  • Frau Hilde

    …bin inzwischen 48 und das jüngste meiner sechs Kinder ist nun 7. Ich hatte auch so ein paar Punkte, die ich in meinem Leben machen wollte, dann auf mein nächstes Leben verschob und z.T. nun wieder raus krame. Wenn alles gut geht mache ich kommenden Sommer mit meinen nun erwachsenen Söhnen meinen ersten Tandem (Fallschirm)-Sprung. Du siehst, dass Leben ist in ständigem Fluss und vieles was uns in einem Moment (un) möglich erscheint, ändert sich auch wieder. Mutter bleiben wir lebenslänglich, aber unsere Aufgaben dabei ändern sich fortlaufend und irgendwann werden auch unseren spinnerten Ideen vielleicht wieder ihren Platz haben….LG

  • Doerthe BS

    Eine wunderbare, zweite Liste! Ich hatte auch so meine Träume, am Ende war doch alles anders. Deswegen nehme ich mir nichts vor, sondern genieße das, was ich habe.
    Viele liebe Grüße, Dörthe

  • Stephanie Oppitz

    Ganz frisch auf Deinem Blog gelandet nun gleich so ein Artikel 🙂 Wie wunderbar liebe Susanne!!!! Ich kann nur sagen: Ich freue mich auf UNS 😉
    Und zu Deiner Liste.. Ich wollte immer jemand sein. Berühmte Architektin, Bauhistorikerin, schöne Frau, größer, schlanker und schlagfertiger überhaupt. Jetzt, mit 35, will ich schon lange niemand mehr werden. Irgendwann habe ich realisiert und tief innen verstanden, dass es mir darum geht, ICH zu sein und in allem mein ICH zu werden… als lebenslangen Prozess.

  • Sehr schön 🙂 Aufgegeben habe ich: 1. Medizin studieren 2. In Japan leben, für längere Zeit. 3. Viele Sprachen lernen 4. Schlank und sportlich zu sein und viel Sex mit verschiedensten Männern haben 😀 Ähem… OK. Was kam dazu: 1. Stillberaterin werden 2. Geld für ein Wohnmobil zu sparen 3. Mit Mann, Kind und Kegel eine längere Reise im Ausland zu unternehmen. 4. Nähen lernen. Aber so richtig mit Kurs und allem. tbc…

  • Bianca Weigt

    Ich bin erst 25 mit nun einen 8 Monate alten Sohn. Viele Wünsche habe ich schon verwirklicht.ein Traum war eine musical Karriere tja das ist nun weg,singe ich eben nur für mich und meinen Sohn. Ein Riesen Traum ist es ein Buch zu schreiben aber dafür habe ich noch viel Zeit. Jetzt ist mein Sohn mein grösster Traum.mal sehen was ich dazu in 10 Jahren sag 😉

  • Inga

    Liebe Susanne,

    eine schöne Idee die Dinge aufzuschreiben! Mir fallen spontan die Dinge ein, die ich nie aufgeben wollte und die auf meiner Ewigliste stehen:
    immer ein Lächeln auf dem Gesicht
    immer ein Gefühl für mich und meine Umwelt
    immer meine kindliche Seite bewahren (Märchen, Lieder usw.)
    und das geht mit meinen wunderbaren Kindern noch so viel besser!
    Ich wollte unbedingt reisen und bin glücklich, dass ich vor meiner Schwangerschaft in Australien und Mexiko war,
    ich wollte wie wohl viele Mädchen immer die Bravo-Foto-Love-Story, ich habe sie nur ganz anders und viel lebensechter, ich wollte immer stark sein und habe es gelernt….nur bis heute kann ich kein Musikinstrument, aber basteln und nähen…
    ich wünsche mir einfach immer offen und wach zu bleiben für alles Neue und dabei das Alte nicht zu vergessen. Sei ganz lieb gegrüßt

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  • Julia

    Ein super schöner Beitrag, der auch dazu anregt einmal über das eigene Leben nach zu denken. Gerade als allein erziehende Mutter hat man oft das Gefühl, im Spagat zwischen Arbeit, Kind und finanziellem Engpass etwas zu verpassen. Doch man gewinnt auch soviel dazu und erkennt wie unwichtig eigentlich Dinge sind, die einem vor dem Kind soviel bedeutet haben. Der grösste Zugewinn ist für mich, dass ich wieder gelernt habe auch einfach mal im Moment zu leben. Die schönen Momente mit meinem Sohn zu geniessen und mich selbst zu mögen, so wie ich bin.

  • Kaffeeschluerfer

    Das kann man doch mit 45 auch alles noch nachholen! Wir werden bestimmt alle 80. Willst du die zweite Hälfte deines Lebens nur rumsitzen und (Groß-) Mutter sein?! 😀
    Ich freu mich auf die Jahre „nach den Kindern“. Meine Kollegin hat grad mit 45 ihren Motorradführerschein und den ersten Fallschirmsprung gemacht. Wenn die Kindern erst erwachsen sind, kann man noch viel mehr Blödsinn mit ihnen machen! 😉

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  • C.

    einen richtig guten Text schreiben und damit bei einem Poetry Slam teilnehmen, steht trotz der Kinder noch auf der Liste

  • Michi

    Da ich mit 17 das erste Kind bekam habe ich so einiges „verpasst“. Die Schule nicht fertig gemacht, gleich arbeiten gegangen, geheiratet und es folgten noch drei Kinder. Die letzte Schwangerschaft (Zwillinge). Nun ich bin jetzt 29 und ich habe mir geschworen vor meinen 30iger noch irgendwohin zu fliegen. Ich werde es machen! Aufgeben musste ich viel dachte ich immer, aber ehrlich man ist nie zufrieden mit dem was man hat. Ganz ehrlich was will man mehr: Kinder sind gesund, man hat zu Essen ein schönes Haus bzw. Dach übern Kopf, Arbeit …….